Das Jahr 2025 wurde zu einem Rekordjahr für das Reisen: Fast fünf Milliarden Menschen waren mit dem Flugzeug unterwegs – ohne die, die per Schiff, Zug oder Auto reisten.
Die überwältigende Mehrheit bewegte sich unauffällig, hinterließ Geld und positive Eindrücke. Doch es gab auch eine Minderheit, die das Gegenteil bewirkte: Regelverstöße, „Heldentaten“ für die sozialen Medien und Vorfälle, die internationale Schlagzeilen machten.
Das größte Ärgernis war wie in den Vorjahren der Overtourism. In bereits stark frequentierten Destinationen nahm die Spannung mit den Einheimischen zu. In Barcelona gingen Bewohner und Demonstranten mit Wasserpistolen auf die Straßen und „bespritzten“ Touristen – eine Protestaktion, die weltweit Aufmerksamkeit erregte. Ähnliche Szenen wurden in Teilen Italiens dokumentiert. In Asien zeigte sich der Druck in Orten wie Bali, Kyoto und Phuket, wo Menschenmengen und rücksichtsloses Verhalten der Besucher den Alltag der Einheimischen belasteten.
In Südamerika führten Proteste über Verkehrsbeschränkungen dazu, dass Tausende Reisende rund um Machu Picchu gestrandet waren. In Nigeria stand das beliebte „Detty December“ unter Druck aufgrund wirtschaftlicher Bedingungen und überhöhter Preise. Gleichzeitig gerieten amerikanische Touristen häufig ins Zentrum von Diskussionen und Konflikten, einige griffen sogar auf sogenanntes „Flag-Jacking“ zurück, indem sie fälschlicherweise angaben, Kanadier zu sein, um Spannungen zu vermeiden.
Auch der Drang nach Likes erwies sich als problematisch. TikTok-Trends rund um Flughäfen, Flüge oder „Reise-Hacks“ führten zu riskanten Aktionen: von Passagieren, die versuchten, die Sicherheitskontrolle „in 15 Minuten“ zu passieren, bis zu solchen, die die Sicherheitsgurte um die Beine schnallten, um im Flugzeug zu schlafen. In den italienischen Bergen riefen Influencer tausende Follower in Skigebiete, was zu Chaos führte. Auf Sizilien sollen Touristen Straßen rund um den Ätna blockiert haben, während Rettungsteams im Einsatz waren.
Auf der Liste standen auch klassische Exzesse: Berührungen und Beschädigungen von Statuen in Städten wie Dublin und Verona, halbnackte Touristen an Stränden, die mit Strafen belegt wurden, sowie Lärmbelästigungen durch Musik in öffentlichen Räumen, die in einigen Fällen mit Geldbußen geahndet wurden.
Italien zeigt sich erneut als Spitzenreiter bei touristischen „Ausreißern“: von Sprüngen in den Canal Grande in Venedig über Schäden in Museen bis hin zu Autos, die auf der Spanischen Treppe in Rom feststeckten, und Vorfällen, bei denen Kunstwerke für ein Foto zerstört wurden. In anderen Regionen ignorierten Wanderer Warnungen und mussten in den Bergen Japans und der Dolomiten aufwändig gerettet werden.
Einige Vorfälle überschritten die Grenzen bloßer Leichtsinnigkeit: von Vandalismus an historischen Relikten in Schottland bis zu Videos aus China, die Gäste zeigen, wie sie in Hotpot-Töpfe urinieren. Im Transportbereich mussten Flüge wegen verstopfter Toiletten umkehren, Passagiere wurden wegen Angriffen auf Flugbegleiter festgenommen, andere versuchten, Türen in der Luft zu öffnen.
Abgerundet wurde das Bild durch Souvenirs, die nie hätten den Ursprungsort verlassen dürfen: von belgischen Pflastersteinen und römischen Marmorstücken bis hin zu Wombat-Babys in Australien. In einer Welt, die mehr reist als je zuvor, ist die Botschaft des Jahres 2025 klar: Tourismus ohne Respekt ist keine Erfahrung – es ist ein Problem.
Quelle: CNN Travel


















