Donnerstag, Juni 4, 2026
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Oxford Economics: Der weltweite Tourismus steuert bis 2030 auf 2 Milliarden internationale Reisende zu | Resilienz trotz geopolitischer Turbulenzen

Der weltweite Tourismus setzt seine rasche Erholung fort und bleibt trotz wirtschaftlicher und geopolitischer Spannungen einer der resilientesten Sektoren der globalen Wirtschaft.

Laut dem neuen Bericht von Oxford Economics und der Plattform TOURISE wird erwartet, dass die internationalen Ankünfte bis 2030 über 2 Milliarden Reisende erreichen und bis 2035 auf 2,5 Milliarden steigen – von aktuell etwa 1,5 Milliarden. Sollte dies eintreten, hätte sich der Tourismus in weniger als 20 Jahren mehr als verdoppelt, trotz Herausforderungen wie geopolitischen Krisen, steigenden Preisen und strengeren Handelspolitiken.

Der Bericht zeigt, dass der Tourismus noch widerstandsfähiger ist als die globale Wirtschaft. Während der Pandemie, als die Reiseaktivität um über 50 % zurückging, fiel das weltweite BIP nur um 6 %. Seitdem hat sich der Tourismussektor nicht nur erholt, sondern übertrifft inzwischen wieder das Niveau vor der Pandemie. Außerdem priorisieren Reisende weiterhin Erlebnisse gegenüber materiellen Gütern, wobei inzwischen über 9 % der weltweiten Konsumausgaben in Reisen fließen.

Oxford Economics stellt fest, dass trotz steigender Preise und Währungsschwankungen die Reisenachfrage stark bleibt. Gleichzeitig weist der Bericht auf wesentliche Risiken hin, die das Wachstum in den kommenden Jahren beeinträchtigen könnten: geopolitische Spannungen, handelsbezogene Zölle, Währungsinstabilität sowie unzureichende Luftfahrt- und touristische Infrastruktur.


Beispielsweise hat die Einführung von Zöllen durch die USA im Jahr 2025 zu einem starken Rückgang der Reisednachfrage in die Vereinigten Staaten geführt. Der Anteil europäischer und chinesischer Reisender, die die USA als Ziel wählen, sinkt und verlagert sich auf andere Märkte – ein Phänomen, das dem nach Brexit im Vereinigten Königreich ähnelt.

Die Studie identifiziert zudem eine weitere entscheidende Dimension: den Aufstieg der sogenannten „Reiseklasse“. Über 200 Millionen neue Haushalte in Asien werden voraussichtlich in den nächsten zehn Jahren über ein Einkommen verfügen, das Reisen ermöglicht. China und Indien führen diesen Wandel an, und bis 2030 wird China voraussichtlich die USA als bevölkerungsreichste Reisekonsumnation der Welt überholen. Für die globale Tourismusbranche bedeutet dies einen riesigen neuen Wettbewerb um die asiatischen Märkte und macht deutlich, dass Technologie, personalisierte Erlebnisse und direkter Zugang zu lokalen Dienstleistungen und digitalen Plattformen immer wichtiger werden.

Oxford Economics betont auch, dass künstliche Intelligenz (KI) bereits das Verhalten der Reisenden revolutioniert. 60 % der Reisenden wünschen sich eine stärkere Nutzung digitaler Tools und Apps für die Reiseplanung, während jüngere Altersgruppen authentischere und stärker kulturell verankerte Erlebnisse suchen. Reiseziele, die in KI, personalisierte Kommunikation und digitale Erlebnisverwaltung investieren, werden sich einen klaren Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Ein weiterer entscheidender Faktor für Wachstum ist die Vereinfachung von Grenz- und Visaverfahren. Der Bericht zeigt, dass Länder, die leichtere Einreiseprozesse einführen, eine Steigerung der internationalen Ankünfte um 13 % bis 26 % verzeichnen, während Länder, die den Zugang erschweren, Marktanteile verlieren. Im Nahen Osten wird die geplante Einführung der einheitlichen GCC-Visa voraussichtlich zu rund 5 Millionen zusätzlichen Reisenden pro Jahr in der Region führen.

Gleichzeitig sind Investitionen in Luftverkehrsverbindungen und Hotelinfrastruktur ein kritischer Faktor. Weltweit wurden über 15.000 neue Flugzeuge bestellt, und der Kreuzfahrtsektor erlebt eine starke Erholung, mit erwarteten über 38 Millionen Passagieren bis 2025.

Im Fazit der Studie betont Oxford Economics, dass das nächste Jahrzehnt nicht den Reisezielen „großer Versprechen“ gehören wird, sondern jenen, die in Infrastruktur, Technologie und offene Grenzpolitiken investieren. Der Tourismus bleibt einer der dynamischsten Motoren wirtschaftlicher Entwicklung, und seine Resilienz zeigt, dass die Menschen weiterhin Erlebnisse, Kultur, Begegnung und Entdeckung suchen – selbst in Zeiten der Unsicherheit.

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