Freitag, Juni 5, 2026
StartSTUDIENDie große HolidayCheck-Umfrage: Deutsche „opfern“ ihr Gehalt für mehr Urlaub

Die große HolidayCheck-Umfrage: Deutsche „opfern“ ihr Gehalt für mehr Urlaub

Eine neue, repräsentative Umfrage, die im Auftrag von HolidayCheck von Media Market Insights in Zusammenarbeit mit KANTAR durchgeführt wurde, beleuchtet detailliert, wie deutsche Arbeitnehmer Urlaub wahrnehmen, wie sie ihre Urlaubstage nutzen und wie wichtig ihnen Erholungszeiten sind. Das zentrale Ergebnis ist eindeutig: 77 % würden gerne häufiger verreisen, obwohl sie bereits über eine vergleichsweise hohe Anzahl an Urlaubstagen verfügen.

new logo Die Online-Umfrage wurde unter 1.000 berufstätigen Personen im Alter von 16 bis 69 Jahren durchgeführt, die in abhängiger Beschäftigung stehen, im Zeitraum vom 28. November bis 8. Dezember 2025. Es handelt sich um eine bevölkerungsrepräsentative Stichprobe, die verlässliche Aussagen über die Reisegewohnheiten der Deutschen zu Beginn des Jahres 2026 erlaubt.

1. Urlaub als „wertvolles Gut“ – und dennoch nicht genug

  • 64 % der Befragten verfügen über 26 bis 30 Urlaubstage pro Jahr – eine theoretisch großzügige Zahl im europäischen Vergleich.
  • Dennoch geben 77 % an, dass sie gerne häufiger verreisen würden, da sie das Gefühl haben, dass ihre Freizeit nicht ausreicht.

Ein weiteres bemerkenswertes Ergebnis:

  • Etwa ein Drittel der Befragten (ca. 33 %) könnte sich vorstellen, einen Teil seines Gehalts zu opfern, um mehr Urlaubstage zu haben.

Urlaub wird demnach nicht als Luxus, sondern als notwendige Voraussetzung für Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität angesehen – als wichtiger Ausgleich zum beruflichen Alltag.

2. „Urlaub nach Plan“: Brückentage, Überstunden und Mini-Trips

Angesichts des Gefühls, dass die Zeit knapp ist, haben viele Arbeitnehmer Strategien entwickelt, um ihre Urlaubstage optimal zu nutzen:

  • Die gezielte Nutzung von „Brückentagen“ – Tagen zwischen Feiertagen und Wochenenden – ist eines der beliebtesten Instrumente: Wenige Urlaubstage ermöglichen so längere zusammenhängende Ruhephasen.
  • Freizeit wird zudem durch Überstunden ergänzt: Mehr als die Hälfte der Befragten nutzt diese bereits als zusätzlichen freien Zeitraum.

Radikalere Formen der Arbeitsunterbrechung bleiben dagegen die Ausnahme:

  • Nur 7 % gaben an, mehrmonatigen Urlaub genommen zu haben.
  • Etwa 25 % nutzten unbezahlten Urlaub, was zeigt, dass der Wunsch nach mehr Freizeit so stark ist, dass einige bereit sind, dafür Einkommen zu „investieren“.

Kombination aus großen und kleinen Reisen

  • 48 % der Befragten kombinieren mittlerweile längere Urlaube mit kürzeren, häufigeren „Mini-Auszeiten“.
  • Zwei bis drei kurze Trips pro Jahr – meist am Wochenende oder für wenige Tage – gehören inzwischen zum Standard.

3. Planung vs. Spontanität

Die Studie zeigt, dass Deutsche im Allgemeinen gut organisiert reisen, insbesondere bei ihren Haupturlauben:

  • Die Mehrheit plant den jährlichen Haupturlaub 3 bis 9 Monate im Voraus.
  • Sommerurlaube werden häufig bereits im Dezember des Vorjahres organisiert.

Es zeigt sich jedoch auch ein Trend zur Vermeidung von Überfüllung:

  • Fast 4 von 10 Befragten (ca. 40 %) planen bewusst außerhalb der Hochsaison, um überfüllte Ferienzeiten zu vermeiden und entspannter zu reisen.

Strenge Planung gilt jedoch nicht für alle:

  • 40 % haben keinen festen Zeitpunkt im Jahr für ihren Urlaub – sie buchen, wenn es gerade passt.
  • Rund 1 von 7 (ca. 14 %) entscheidet spontan, insbesondere für kürzere Trips, wenn sich ein freies Wochenende oder eine günstige Gelegenheit ergibt.

Die Rolle der Schulferien ist ebenfalls relevant:

  • Etwa 25 % der Befragten müssen ihren Urlaub an die Schulferien anpassen – entweder wegen Kinderbetreuung oder weil der Partner auf die Schulferien angewiesen ist.

4. Wie Urlaub tatsächlich genutzt wird

Urlaub bedeutet für die meisten nicht „auf dem Sofa bleiben“, sondern aktive Erholung:

  • Städtereisen (City Breaks)
  • Strandurlaube
  • Naturerlebnisse, entweder in Deutschland oder im Ausland
  • Im Durchschnitt verbringen Arbeitnehmer 10 bis 15 Tage pro Jahr auf Reisen.
  • Sie unternehmen zwei bis drei Reisen insgesamt – eine Kombination aus längeren Ferien und kurzen Auszeiten.

Kurze Trips sind besonders wichtig:

  • Etwa zwei Drittel planen systematisch Mini-Auszeiten, sei es für ein verlängertes Wochenende oder einige Tage Erholung.
  • Beliebteste Formen sind Naturausflüge, City Breaks und Aktivitäten wie Sport, Wellness oder Spa.

Einige reisen allerdings gar nicht, hauptsächlich aus zwei Gründen:

  • Finanzielle Einschränkungen – Reisen gilt als teuer
  • Präferenz für Erholung zu Hause, wo einige effektiver entspannen

Urlaub als Quelle der Regeneration

  • 40 % der Befragten geben an, dass sie sich beim Reisen am besten erholen – der Ortswechsel und Abstand vom Alltag wirken als effektivster „Reset-Knopf“.
  • Die Natur ist die zweitwichtigste Quelle der mentalen Erneuerung, sei es Berge, Meer oder Landschaft.

Fast 70 % bewerten ihre Urlaubstage als „sehr wichtig“ für ihr Leben.

Bei offenen Fragen dominieren Begriffe wie:

  • Erholung
  • Entspannung
  • Auftanken
  • Abschalten von Arbeit und Alltag

Das Fazit ist eindeutig: Für die Mehrheit sind Urlaubstage nicht nur eine Unterbrechung, sondern ein integraler Bestandteil des persönlichen Wohlbefindens.

Die HolidayCheck-Studie basiert auf einer bevölkerungsrepräsentativen Online-Umfrage, durchgeführt von Media Market Insights in Zusammenarbeit mit KANTAR. Befragt wurden 1.000 berufstätige Personen im Alter von 16 bis 69 Jahren, im Zeitraum vom 28.11.2025 bis 08.12.2025.


Damit liefert die Studie ein aktuelles, umfassendes Bild davon, wie deutsche Arbeitnehmer ins Jahr 2026 starten: mit einem stärkeren Bedürfnis nach Urlaub, einer „intelligenteren“ Nutzung ihrer Urlaubstage und dem klaren Bewusstsein, dass qualitativ hochwertige Freizeit eine grundlegende existenzielle Notwendigkeit ist – und kein bloßes Extra.

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