Samstag, Juni 6, 2026
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Ryanair: „Brexit-Strafe“ – Wartezeiten von bis zu 4 Stunden an EU-Flughäfen

Signifikante Verzögerungen an den Passkontrollstellen europäischer Flughäfen beklagt der CEO von Ryanair, Michael O’Leary, und führt sie auf die Einführung des neuen Entry/Exit Systems (EES) der Europäischen Union sowie auf eine „bestrafende Haltung“ gegenüber dem Vereinigten Königreich nach dem Brexit zurück.

Er erklärte, dass bereits Warteschlangen von bis zu 4 Stunden registriert wurden, mit Beispielen an Flughäfen in beliebten Destinationen wie Teneriffa, Malta und Krakau. Die Verzögerungen werden unter anderem auf Personalmangel an den Kontrollstellen zurückgeführt sowie darauf, dass bereits im System registrierte Passagiere in denselben Warteschlangen wie alle anderen abgefertigt werden.

Das neue EES-System sieht vor, dass alle Reisenden aus Nicht-EU-Staaten einer biometrischen Kontrolle unterzogen werden, einschließlich Fingerabdruck-Scan und Fotoaufnahme bei der Einreise. Die vollständige Einführung wird bis zum 10. April erwartet, während bereits seit Oktober über 45 Millionen Passagiere erfasst wurden.


Der Ryanair-Chef bezeichnete die Einführung des Systems als „chaotisch“ und warnte, dass sich die Situation während der Sommersaison deutlich verschärfen werde, wenn das Passagieraufkommen aufgrund der Schulferien steigt. Gleichzeitig prognostizierte er, dass kleinere Flughäfen in Ländern wie Spanien und Portugal – darunter Sevilla, Alicante und Faro – die größten Probleme haben werden.

Er forderte die EU-Mitgliedstaaten zudem auf, eine Verschiebung der vollständigen Implementierung bis Oktober zu prüfen und dabei die Möglichkeit einer Verzögerung um bis zu fünf Monate zu nutzen.

Laut dem Airports Council Europe haben sich die Wartezeiten an den Kontrollpunkten bereits verschlechtert und erreichen in Spitzenzeiten häufig bis zu 2 Stunden, wobei einzelne Flughäfen noch längere Verzögerungen verzeichnen.

Die Europäische Union betont, dass das neue System der Stärkung der Sicherheit und der Verhinderung von Identitätsbetrug dient. Bisher führte es zur Verweigerung der Einreise von mehr als 600 Personen, die als Sicherheitsrisiko eingestuft wurden.

Britische Behörden haben bereits vor Änderungen der Reiseprozesse rund um Ostern gewarnt und Reisende aufgefordert, bei Grenzübertritten zusätzliche Zeit einzuplanen.

ΔΑΑ

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