Die Hotelbranche in Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) zeigte 2025 eine starke Dynamik – trotz internationaler Unsicherheiten und zunehmender operativer Belastungen für den Hospitality-Sektor.
Laut dem Bericht EMEA Hotels Monitor (Februar 2026) zeigen die Leistungsdaten insgesamt positive Ergebnisse, wobei nur drei Destinationen Rückgänge bei den wichtigsten Profitabilitätskennzahlen verzeichneten.
Das Jahr 2025 war geprägt von hoher politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit, da internationale Entwicklungen und staatliche Eingriffe das Investitions- und Geschäftsumfeld beeinflussten. Dennoch blieb die touristische Nachfrage in vielen Märkten stark, während die Investitionstätigkeit im Hotelbereich ein bedeutendes Transaktionsvolumen verzeichnete.
Starke Performance in Ost- und Südeuropa
Die Leistungsdaten der Hotels für 2025 zeigen, dass die besten Ergebnisse vor allem in Osteuropa und Südeuropa erzielt wurden. In einigen Märkten Nord- und Westeuropas kam es hingegen zu einer relativen Abschwächung.
An der Spitze des Wachstums beim Umsatz pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) stand Istanbul mit rund 22 % Anstieg, wodurch die Stadt zum wachstumsstärksten Reiseziel der Region wurde. Deutliche Zuwächse wurden auch in Kairo und Kapstadt verzeichnet, wo der RevPAR um 16,8 % bzw. 18,9 % stieg, während die Profitabilität der Hotels noch stärker zulegte.
Beeindruckend war auch die Performance in Maskat, wo die Auslastung um 9,1 % stieg und der operative Gewinn pro verfügbarem Zimmer (GOPPAR) um 34,5 % zunahm – der höchste Wert in der Region.
Im Gegensatz dazu wurden einige Märkte im Nahen Osten durch die starke Zunahme neuer Hotelkapazitäten belastet. In Dschidda sank der RevPAR um 8,2 % und der GOPPAR um 16,7 %, während in Riad die entsprechenden Rückgänge 13,2 % bzw. 14,3 % betrugen.
Der Markt in Dubai zeigte weiterhin hohe Dynamik: Die Auslastung erreichte rund 82 % und der RevPAR 198 Euro, was die Position der Stadt als führendes internationales Reiseziel bestätigt.
Druck durch steigende Arbeitskosten
Trotz steigender Einnahmen steht die Hotelbranche weiterhin unter erheblichem Kostendruck. Besonders die Arbeitskosten stellen die zentrale Herausforderung dar, während Inflationsdruck und Wechselkursschwankungen Länder wie Türkei, Ägypten, Libanon und Südafrika stark betreffen.
Gleichzeitig tragen neue Einnahmequellen wie Wellness, Golf und weitere Zusatzangebote zur Diversifizierung der Hotelerlöse bei. Der Rückgang der Energiepreise in Europa half zudem, die Gewinnmargen im Vergleich zum Vorjahr zu verbessern.
Steigende Baukosten für Hotels – Die Lage in Griechenland
Deutliche Anstiege sind auch bei den Baukosten für Hotels zu verzeichnen, insbesondere im Nahen Osten und in Afrika. Die Daten zeigen weiterhin steigende Kosten, auch wenn das Tempo in einigen Märkten inzwischen langsamer ist.
In Griechenland liegen die Baukosten für Budget-Hotels bei etwa 1.320 bis 1.470 Euro pro Quadratmeter, für Mittelklassehotels bei bis zu 1.830 Euro pro Quadratmeter und für Luxushotels zwischen 2.230 und 2.640 Euro pro Quadratmeter, je nach Ausstattung und Spezifikationen.
Diese Angaben basieren auf internationalen Baustandards und enthalten weder Grundstückskosten noch Steuern oder Investorenhonorare.
Intensive Investitionstätigkeit
Trotz Herausforderungen blieb die Investitionstätigkeit im Hotelsektor in der gesamten EMEA-Region hoch. Bedeutende Transaktionen fanden vor allem in Westeuropa statt, wobei Deutschland und Spanien beim Investitionsvolumen führten.
Zu den wichtigsten Unternehmensdeals zählen die Übernahme von Aspire Hotels durch Gorgeous Smiling Hotels in Deutschland, der Erwerb eines 20 %-Anteils an Lanserhof durch King Street, sowie die Übernahme von Dalata Hotels durch Pandox für rund 1,4 Milliarden Euro.
Zudem erwarb Omega Capital 50 % an der spanischen Kette Hospes Hotels, während auch auf Portfolioebene bedeutende Transaktionen stattfanden: Event Hotels übernahm 17 Accor-Hotels in Deutschland, und HIG Capital erwarb fünf Kipriotis Hotels in Griechenland.
Zu den Einzeltransaktionen zählen der Verkauf des Pullman Montparnasse für rund 300 Mio. Euro sowie der Verkauf des Mandarin Oriental Munich für rund 150 Mio. Euro.
Renditen von Hotelinvestitionen
Die Analyse zeigt, dass die Renditen von Hotelinvestitionen in großen europäischen Städten weiterhin attraktiv bleiben, auch wenn steigende Finanzierungskosten und höhere Betriebsausgaben die Dynamik neuer Investitionen begrenzen.
In den wichtigsten europäischen Märkten weisen Luxushotels in großen Städten Renditen von etwa 4,2 % bis 5,1 % auf, während Budget-Hotels in weniger entwickelten Märkten Osteuropas sogar über 10 % erzielen können.
Trotz starker Investitionsnachfrage warnen Analysten, dass steigende Zinsen, höhere Baukosten und hohe Verkäufererwartungen die Aktivität in den kommenden Jahren bremsen könnten.
Quelle: Whitebridge Hospitality, EMEA Hotels Monitor, Februar 2026.


















