Turbulenzen im Tourismus und im Luftverkehr entstehen durch den Anstieg der Treibstoffkosten und die Entwicklungen im Nahen Osten, wobei KLM insgesamt 160 Flüge in einer der kritischsten Reiseperioden streicht.
Die Streichungen betreffen sowohl Abflüge als auch Ankünfte am Flughafen Schiphol, wobei 80 Flüge in jede Richtung gestrichen werden. Es handelt sich um Hin- und Rückflugpaare, die etwa 1 % des europäischen Flugprogramms der Gesellschaft entsprechen.
Die Entscheidung ist Teil eines breiteren Drucks im Luftverkehrssektor, da die Spannungen im Nahen Osten und die Schließung der Straße von Hormus den Treibstoffmarkt beeinflussen. Diese Seeroute stellt einen entscheidenden Korridor für den Transport von Erdöl vom Persischen Golf auf den Weltmarkt dar.
Obwohl KLM betont, dass die Annullierungen nicht auf einen Mangel an Kerosin zurückzuführen sind, hat der Luftfahrtverband BARIN bereits gewarnt, dass eine Fortsetzung der Krise zu einer tatsächlichen Treibstoffknappheit führen könnte.
Die Streichungen erfolgen in einer Phase besonders hoher Nachfrage, da die Feiertagsperiode im Mai in den Niederlanden Ferien und nationale Feiertage umfasst. Die Schulferien beginnen am 24. April und enden am 4. Mai, während dazwischen der Königstag am 27. April, der Gedenktag am 4. Mai und der Befreiungstag am 5. Mai stattfinden.
Das Unternehmen gibt an, dass betroffene Passagiere auf die nächsten verfügbaren Flüge umgebucht werden, und weist darauf hin, dass es sich überwiegend um Verbindungen mit hoher Frequenz handelt, etwa nach London und Düsseldorf, was eine schnellere Weiterbeförderung ermöglicht.
Gleichzeitig erwartet KLM, dass die Nachfrage für die Mai-Feiertage hoch bleiben wird, und nimmt Anpassungen am Flugplan vor, um einen reibungslosen Transport der Passagiere sicherzustellen.
Die Entwicklungen stehen im Zusammenhang mit den breiteren geopolitischen Bedingungen: Nach den US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran sperrte das Land am 27. März die Straße von Hormus und schränkte den Schiffsverkehr in Richtung Vereinigte Staaten, Israel und deren Verbündete ein.
Diese Entwicklung hat Sorgen über die Treibstoffversorgung in Europa ausgelöst. Laut dem niederländischen Infrastrukturminister reichen die Kerosinreserven für etwa fünf Monate, jedoch warnen Akteure der Luftfahrtbranche, dass sich der Druck auf den Markt verschärfen könnte.
Der europäische Flughafenverband (ACI Europe) hat bereits darauf hingewiesen, dass eine mögliche Treibstoffknappheit bis Ende April auftreten könnte, während Branchenvertreter davon ausgehen, dass sich Flugstreichungen in der kommenden Zeit verstärken könnten.
Nach Einschätzungen von BARIN könnten Fluggesellschaften bis Mitte Mai weitere Streckenstreichungen vornehmen, um Treibstoff zu sparen. Diese Kürzungen dürften insbesondere Interkontinentalverbindungen betreffen, vor allem nach Südostasien, das stark von Treibstofflieferungen aus dem Nahen Osten abhängig ist.
In diesem Zusammenhang wird erwartet, dass Langstreckenflüge von 11 bis 13 Stunden eingeschränkt werden, während der Fokus stärker auf europäische Verbindungen gelegt wird.
Die Lage im Luftverkehr wirkt sich unmittelbar auch auf den Tourismus aus, da die geringere Flugverfügbarkeit und steigende Betriebskosten Druck auf die Nachfrage und die Funktionsweise des Marktes ausüben.
Die Entwicklungen verdeutlichen die enge Verflechtung zwischen geopolitischen Ereignissen, Energiemärkten und touristischer Aktivität, wobei sich die Branche an ein Umfeld erhöhter Unsicherheit anpassen muss.
Quelle: NL Times


















