Freitag, Juni 5, 2026
StartTRÄGERVorübergehender Baustopp auf West-Milos | Einstimmige Entscheidung zum Schutz des Natura-2000-Gebiets

Vorübergehender Baustopp auf West-Milos | Einstimmige Entscheidung zum Schutz des Natura-2000-Gebiets

Der Gemeinderat von Milos hat in seiner Sitzung am 15. Dezember 2025 einstimmig die vorübergehende Aussetzung jeglicher Neubauten auf West-Milos innerhalb der Grenzen des geschützten Natura-2000-Gebiets beschlossen.

Die Maßnahme betrifft alle Bauvorhaben, die noch nicht begonnen wurden, selbst wenn bereits eine Baugenehmigung erteilt wurde. Sie gilt bis zur Veröffentlichung der entsprechenden Gemeinsamen Ministerialverordnung (KMV) oder bis zum Abschluss des speziellen städtebaulichen und räumlichen Plans für das Gebiet – je nachdem, was zuerst eintritt.

Der Vorschlag wurde vom Bürgermeister Mikellis Emmanuel eingebracht, der West-Milos als einen der bedeutendsten natürlichen und geologischen Schätze der Insel beschrieb. Er betonte, dass es sich um ein „lebendiges Ökosystem von internationaler Bedeutung“ handelt, das bei irreversiblen Veränderungen nicht wiederhergestellt werden kann. In den letzten zwei Jahren habe der Druck für neue Bauaktivitäten in dieser Zone zugenommen, während das gesetzliche Rahmenwerk für Natura-2000-Gebiete auf nationaler Ebene noch ausstehe.


Die Aussetzung verfolgt drei Ziele: den Schutz der natürlichen Umwelt, die Vermeidung irreversibler Schäden in einem besonders sensiblen Ökosystem sowie die Einhaltung der Verpflichtungen der Gemeinde nach europäischem und nationalem Recht. Gleichzeitig verpflichtet sich die Gemeinde, die beteiligten Akteure und Bürger unverzüglich zu informieren und sowohl den Fortschritt der KMV als auch der Raumplanung genau zu überwachen.

Während der Diskussion betonten mehrere Gemeinderatsmitglieder die Notwendigkeit, zwischen großen strategischen Investitionen und kleinen lokalen Grundstückseigentümern klar zu unterscheiden. Es wurden Fragen zum Schutz der Umwelt aufgeworfen, ohne die Möglichkeit der Anwohner einzuschränken, ihr Eigentum für familiäre Zwecke zu nutzen, sowie zur Fortführung primärer Wirtschaftstätigkeiten oder des Bergbaus, die Teil der lokalen Wirtschaft sind. Diese Vorbehalte wurden protokolliert, änderten jedoch nicht die einstimmige Zustimmung zur Aussetzung.

Abschließend wiederholte der Bürgermeister, dass die Gemeinde die Verantwortung für das Geschehen auf der Insel trägt. Etwa 60 % von Milos stehen unter Natura-2000-Schutz. Ohne klare Regeln drohe eine unkontrollierte Entwicklung, die den Ort irreversibel verändern könnte. „Bis die Planung abgeschlossen ist, müssen wir auf die Bremse treten“, betonte er und fügte hinzu, dass der Schutz von West-Milos keine formale Angelegenheit sei, sondern eine „Verantwortung gegenüber der Zukunft der Insel“.

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