Mit Reisen ins Ausland, die trotz der geopolitischen Krise im Nahen Osten und des Inflationsdrucks weiterhin eine Priorität für die Briten darstellen, zeigt eine neue Umfrage der Association of British Travel Agents (ABTA), dass die Mehrheit der Briten plant, innerhalb der nächsten 12 Monate ins Ausland zu reisen. Gleichzeitig prognostiziert die Studie einen deutlichen Anstieg von Last-Minute-Buchungen in diesem Sommer, was einen wichtigen positiven Effekt auf den griechischen Tourismus haben dürfte, da Griechenland auch in der Tourismussaison 2026 zu den führenden Reisezielen britischer Urlauber zählt.
Die Reiselust außerhalb des Vereinigten Königreichs bleibt trotz geopolitischer Entwicklungen und eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds hoch. Die ABTA erwartet daher einen „Boom“ bei kurzfristigen Buchungen im Sommer, da ein erheblicher Teil der Verbraucher weiterhin abwartet, wie sich die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten sowie die Lebenshaltungskosten entwickeln.
Urlaub bleibt Priorität bei Konsumausgaben
Laut den Umfrageergebnissen bleiben Urlaube eine zentrale Priorität im britischen Konsumverhalten. Mehr als jeder Dritte (34 %) plant, im kommenden Jahr mehr für Reisen auszugeben. Reisen gehören zudem zu den letzten Ausgaben, die bei steigendem Kostendruck gekürzt würden.
Im Gegensatz dazu würden britische Verbraucher eher Ausgaben für Restaurantbesuche (55 %), Freizeitaktivitäten (45 %) sowie Kleidung und Schuhe (41 %) reduzieren, während 33 % Auslandsreisen und 23 % Reisen innerhalb des Vereinigten Königreichs einschränken würden.
Warum Briten verstärkt auf Last-Minute-Buchungen setzen
Obwohl die Reiseabsicht für das kommende Jahr weiterhin vorhanden ist, ist im Vergleich zum Vorjahr ein leichter Rückgang zu verzeichnen, als der entsprechende Wert bei 70 % lag. Vor diesem Hintergrund erwartet die ABTA ein ausgeprägtes Muster verspäteter Buchungen in den kommenden Monaten, da viele Reisende ihre Entscheidungen erst wenige Wochen vor Abreise treffen.
Den aktuellen Daten zufolge plant nahezu jeder dritte (30 %) der Briten, die zwischen Mai und September in der Sommersaison reisen, ihre Reise zwei bis vier Wochen vor Abflug zu buchen, während weitere 10 % sogar weniger als zwei Wochen vor Abreise buchen wollen.
Von denjenigen, die in den nächsten 12 Monaten reisen möchten, gaben 38 % an, ihre Urlaubsbuchung bewusst hinauszuzögern. Gründe hierfür sind das Warten auf die Entwicklung der Flugpreise (43 %), die Reisekosten insgesamt (31 %) sowie die Hoffnung auf eine Verbesserung der Lebenshaltungskosten (33 %).
Gleichzeitig zeigen sich britische Reisende angesichts des Konflikts im Nahen Osten zurückhaltend (36 %), der als größerer Unsicherheitsfaktor gilt als die Verfügbarkeit von Flugkraftstoff (26 %).
Lebenshaltungskosten beeinflussen Reiseentscheidungen
Obwohl Urlaub weiterhin Priorität im Konsumverhalten hat, beeinflusst der Anstieg der Lebenshaltungskosten die Reiseentscheidungen deutlich. Auf die Frage nach Gründen gegen eine Urlaubsbuchung nannten 31 % die Lebenshaltungskosten als Hauptfaktor, was darauf hindeutet, dass viele potenzielle Reisende bereits durch steigende Haushaltskosten abgeschreckt werden.
Zudem steigt der Anteil derjenigen, die in den kommenden 12 Monaten weniger für Reisen ausgeben wollen, auf 20 % (gegenüber 15 % zuvor). Auch dies wird überwiegend mit dem Kostendruck begründet: 54 % geben an, ihre Ausgaben aufgrund gestiegener Haushaltskosten reduzieren zu wollen, gegenüber 47 % in der vorherigen Erhebung.
Laut ABTA sollten diese Ergebnisse nicht nur von der Branche, sondern auch von der Regierung berücksichtigt werden, da der britische Outbound-Reisemarkt jährlich 52 Milliarden Pfund zur Wirtschaft beiträgt und über 818.000 Arbeitsplätze unterstützt.
Die Studie wurde im Vorfeld der ABTA-Konferenz „Travel Matters“ veröffentlicht, die in Westminster stattfindet. Dort diskutieren Regierungsvertreter, Branchenführer und Experten über die Anforderungen der Reisebranche. Im Anschluss werden ABTA und ihre Mitglieder im Parlament über die Bedeutung des Outbound-Sektors sowie dessen Beitrag zu lokalen Gemeinschaften im gesamten Vereinigten Königreich sprechen.
ABTA-CEO Mark Tanzer erklärte, dass globale und wirtschaftliche Unsicherheiten jede Branche herausfordern und der Reisesektor diese besonders stark spüre. Der Konflikt im Nahen Osten habe nicht nur operative Auswirkungen, sondern beeinflusse auch das Vertrauen der Verbraucher – sowohl hinsichtlich Reisen als auch ihrer persönlichen Finanzen.
Gleichzeitig zeige die Studie jedoch, dass die Reiselust weiterhin vorhanden sei, weshalb ABTA optimistisch auf eine starke Sommersaison blicke.
Er betonte zudem, dass dies keine einfache Reiseperiode sei, da die Branche neben geopolitischen Risiken auch mit steigenden Betriebskosten, Steuern sowie der Flugpassagierabgabe konfrontiert sei.
„Reisen leisten einen erheblichen Beitrag zur britischen Wirtschaft und sichern Hunderttausende Arbeitsplätze. In solchen Zeiten ist der Dialog mit der Regierung entscheidend, um die Belastungen der Branche zu verstehen und Lösungen zu entwickeln“, so Tanzer.
Die Studie wurde von The Nursery Research and Planning auf Basis eines repräsentativen Samples von 2.001 Erwachsenen im Vereinigten Königreich im Zeitraum 8. bis 19. Mai 2026 durchgeführt.



















