Andreas Andreadis, der CEO der Sani/Ikos Group, äußerte sich in seiner Rede auf dem „Mergers & Acquisitions Summit“ in der Athener Konzerthalle besonders optimistisch über die Position Griechenlands auf der globalen Landkarte der Tourismusinvestitionen.
In einem ausführlichen Gespräch mit Ilias Bellos, dem leitenden Wirtschaftsredakteur von „Kathimerini“, analysierte Herr Andreadis das Potenzial und die Herausforderungen des griechischen Marktes im Vergleich zu anderen Mittelmeerländern wie Spanien, Italien und Portugal. Er betonte, dass Griechenland in den letzten sechs Jahren dank der Stabilisierung seines Rechtsrahmens ein neues Bild gezeichnet hat, das das Investitionsinteresse steigert. „Die entscheidende Frage ist, wie lange das Land in der Lage sein wird, dieses Umfeld aufrechtzuerhalten“, bemerkte er.
Gleichzeitig hob er die in Meeresnähe verfügbaren Immobilien und die vergleichsweise niedrigen Arbeitskosten als Wettbewerbsvorteile hervor. Er wies jedoch auch auf die hohe Mehrwertsteuer und die Abgaben auf Arbeitgeberbeiträge als Hauptnachteile hin. Die Regelung für Nicht-Investoren bezeichnete er als „Paket, das besondere Aufmerksamkeit verdient“, da es Personen mit M&A-Engagement und Fonds anzieht. Diese sehen in Athen eine Stadt mit guter Infrastruktur und Lebensqualität, auch wenn sie in diesem Bereich noch hinter aufstrebenden Städten wie Madrid zurückbleibt.
In Bezug auf das Problem des Übertourismus sagte Andreas Andreadis, dass die Lösung des Problems „durch die Kontrolle von Kurzzeitmieten und die Verbesserung der Infrastruktur“ gefunden werden könne, nicht jedoch durch „die Reduzierung von Investitionen in Spitzenhotels“.
Auf die Frage von Ilias Bellou nach der Möglichkeit von Fusionen wies Herr Andreadis darauf hin, dass das Gastgewerbe in Griechenland nach wie vor stark zersplittert ist. „Die Konsolidierung ist nur eine Frage der Zeit, wenn die griechischen Unternehmer den wahren Wert ihrer Unternehmen erkennen“, bemerkte er.
Er betonte insbesondere die Notwendigkeit, lokale Raumordnungspläne zu vervollständigen, da diese seiner Meinung nach entscheidend für eine nachhaltige Entwicklung des Tourismus sind. Der allgemeine Raumordnungsplan könne lediglich einen allgemeinen Rahmen vorgeben und die Bedürfnisse der einzelnen Regionen nicht genau beschreiben, so Andreadis. „Der Schlüssel liegt in den lokalen Raumordnungsplänen. Diese werden jedoch häufig unter der Leitung von Bürgermeistern erstellt, die weder über die entsprechende technische Ausbildung noch über eine Vision für die langfristige Entwicklung ihrer Gemeinde verfügen“, sagte er. Er drängte auf eine enge Zusammenarbeit mit spezialisierten Beratungsfirmen, damit die lokalen Pläne mit den allgemeinen Leitlinien der nationalen Planung in Einklang gebracht werden können. In diesem Zusammenhang betonte er, dass die Berater, die die Raumordnungspläne ausarbeiten, nicht nur von den lokalen Behörden, sondern auch vom Staat und von Einrichtungen mit Kenntnissen und Visionen koordiniert werden sollten.
Trotz des positiven Gesamtbildes versäumte er es nicht, seine Besorgnis über eine mögliche Selbstzufriedenheit des Staates und der Gesellschaft zum Ausdruck zu bringen. „Der Tourismus ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist ein Fehler, davon auszugehen, dass er automatisch weiterwächst“, sagte er und warnte vor den Gefahren des Übertourismus sowie dem Fehlen einer Strategie. Er betonte den Beitrag des Tourismus nicht nur zu den öffentlichen Einnahmen, sondern auch zur Stärkung der lokalen Wirtschaft, Technologie, Schifffahrt, Gesundheit und Infrastruktur.
„Je unsicherer die Welt wird, desto mehr steigt das Bedürfnis nach Erlebnissen. Der Tourismus ist nicht der Feind der Industrie, sondern ein Katalysator für das Wachstum von Wirtschaft, Infrastruktur und Innovation“, schloss er.


















