Mit Schwerpunkt auf der Fortsetzung des 24-Stunden-Visums für türkische Besucher auf den griechischen Inseln, der Unterzeichnung einer Vereinbarung über 110 gemeinsame Forschungsprogramme und dem ehrgeizigen Ziel, den bilateralen Handel auf 10 Mrd. USD zu steigern, skizzierte Entwicklungsminister Takis Theodorikakos den neuen Rahmen der griechisch-türkischen wirtschaftlichen Zusammenarbeit nach dem Treffen von Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und den Sitzungen des Obersten Rates für die Zusammenarbeit Griechenland–Türkei.
Im Gespräch mit dem Radiosender SKAI 100,3 und dem Journalisten Aris Portosalte betonte der Minister, dass die wirtschaftliche Zusammenarbeit „im Interesse beider Völker“ liege, und unterstrich zugleich, dass Griechenland „nicht einen Millimeter“ von seinen festen nationalen Positionen abgerückt sei.
Ziel: 10 Mrd. USD im bilateralen Handel
Kernpunkt der Vereinbarung ist das gemeinsame Ziel, den bilateralen Handel auf 10 Mrd. USD zu steigern – etwa 30 %–35 % über dem aktuellen Niveau.
Minister Theodorikakos wies darauf hin, dass dies eine bedeutende Chance für griechische Unternehmen darstellt, von denen einige bereits Investitionstätigkeiten in der Türkei aufgenommen haben. Gleichzeitig wurde die Entwicklung eines Kooperationsmemorandums vereinbart, das folgende Punkte umfasst:
- Kleine und mittlere Unternehmen,
- Systeme zur Zertifizierung von Produkten und Dienstleistungen,
- Stärkung der Interoperabilität der Märkte.
110 gemeinsame Forschungs- und Innovationsprogramme
Besondere Bedeutung maß der Minister der Vereinbarung bei, die er mit seinem türkischen Amtskollegen Mehmet Fetih Kasir im Bereich Forschung und Innovation unterzeichnete.
Die Vereinbarung umfasst 110 gemeinsame Forschungsprogramme in verschiedenen Bereichen, die – so betonte er – Auswirkungen auf die reale Wirtschaft haben werden und nicht nur auf akademische oder wissenschaftliche Kreise. Ziel ist der Technologietransfer, die Entwicklung von Synergien und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.
24-Stunden-Visum und Tourismus
Besonderes Augenmerk galt der 24-Stunden-Visaregelung für türkische Besucher auf den griechischen Inseln, die – laut Minister – fortgesetzt wird, da sie sich als besonders vorteilhaft für den Tourismus erweist.
Die Maßnahme hat zur Steigerung der Touristenzahlen auf den Inseln der östlichen Ägäis beigetragen und stärkt die lokale Wirtschaft sowie die grenzüberschreitende Mobilität.
Zugleich stellte Minister Theodorikakos fest, dass die Migrationsströme im Evros-Gebiet und in der Ägäis durch die Zusammenarbeit und Koordination beider Länder erheblich gesunken sind.
„Ruhige Gewässer“ ohne Rückschritte
Der Entwicklungsminister betonte:
„Der einzige Unterschied, den wir mit unseren Nachbarn anerkennen, betrifft die Festlegung der Seezonen und des Kontinentalschelfs.“
Er machte deutlich, dass die Grenzen Griechenlands „weder an Land, noch zu Wasser oder in der Luft jemals verändert werden“ und unterstrich, dass die Phase „ruhiger Gewässer“ dem Land zugutekam, ohne dass von den festen Positionen abgewichen wurde.
Entwicklungsgesetz: 112 Investitionsprojekte, 1.550 neue Arbeitsplätze
In Bezug auf das Entwicklungsgesetz hob der Minister hervor, dass erstmals die Zeitpläne strikt eingehalten wurden, mit Abschluss der Verfahren innerhalb von 90 Tagen.
In den ersten beiden Programmen wurden aufgenommen:
- 112 Investitionsprojekte,
- Gesamtbudget 550 Mio. EUR,
- Mit 290 Mio. EUR an Steuervergünstigungen und Fördermitteln,
- Schaffung von mindestens 1.550 neuen Arbeitsplätzen.
Die Investitionen betreffen hauptsächlich Industrie und verarbeitendes Gewerbe, während für 2026 eine neue Ausschreibung mit Schwerpunkt auf Grenzregionen angekündigt wurde.
Fokus auf KMU und Künstliche Intelligenz
Abschließend kündigte Minister Theodorikakos separate Programme an für:
- Kleine und mittlere Unternehmen,
- Moderne Technologien,
- Investitionen in Künstliche Intelligenz.
„Künstliche Intelligenz durchdringt das Leben und die Wirtschaft aller Staaten. Wir müssen auch hier die Prozesse beschleunigen“, betonte er.

















