Die USA sind zum ersten Mal außerhalb der Top 10 der Rangliste der „stärksten Pässe“ der Welt gelandet, in der 20-jährigen Geschichte des weithin anerkannten Henley Passport Index.
Im Jahr 2014 war der US-Pass unbestritten auf Platz 1, doch inzwischen ist er von Platz 10 Anfang des Jahres auf Platz 12 gefallen und liegt nun gleichauf mit Malaysia.
Die Platzierung eines Landes im Ranking – basierend auf Daten der Internationalen Luftverkehrsvereinigung (IATA) – hängt davon ab, wie viele Ziele seine Staatsbürger ohne Visum bereisen können. US-Passinhaber haben weltweit nur Zugang zu 180 von 227 Ländern ohne Visum.
„Der Rückgang des US-Passes und sein Abstieg von Platz 10 auf Platz 12 ist auf eine Reihe von Änderungen bei der Einreisemöglichkeit zurückzuführen“, erklärte Henley & Partners.
Die Aufhebung der Visumbefreiung für Brasilien im April aufgrund mangelnder Gegenseitigkeit und der Ausschluss der USA von der schnell wachsenden Liste der von Visapflicht befreiten Länder Chinas markierten den Beginn des Abwärtstrends des US-Passes. Es folgten Anpassungen durch Papua-Neuguinea und Myanmar, die die Position der USA weiter belasteten und gleichzeitig andere Pässe stärkten.
Kürzlich führten die Einführung eines neuen elektronischen Visumsystems durch Somalia und die Entscheidung Vietnams, die USA von den jüngsten Visabefreiungen auszuschließen, zum endgültigen Schlag, der das Land aus den Top 10 drängte.
Die USA schneiden außerdem beim Henley Openness Index, der misst, wie viele Nationalitäten ein Land visafrei einreisen lässt, nur schlecht ab. Nur 46 Nationalitäten dürfen ohne Visum einreisen, wodurch die USA auf Platz 77 von 199 Ländern liegen.
Zur Abwärtsentwicklung des US-Passes sagte Dr. Christian H. Kaelin, Präsident von Henley & Partners und Schöpfer des Henley Passport Index: „Der Rückgang der Stärke des US-Passes in den letzten zehn Jahren ist mehr als nur eine Verschiebung im Ranking – er signalisiert einen grundlegenden Wandel in der globalen Mobilität und der Dynamik der Soft Power. Länder, die Offenheit und Kooperation fördern, machen Fortschritte, während jene, die auf Privilegien der Vergangenheit setzen, zurückbleiben.“



















