Donnerstag, Juni 11, 2026
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Barclays: Erstmals Rückgang der Reiseausgaben der Briten seit fünf Jahren

Die Reiseausgaben im Vereinigten Königreich sind im März zurückgegangen und beenden damit eine fünfjährige Phase kontinuierlichen Wachstums, während die Sorgen über die Lebenshaltungskosten unter dem Druck der Unsicherheit im Nahen Osten zunehmen.


Laut der Analyse von Barclays stiegen die Gesamtausgaben per Karte lediglich um 0,9 % im Jahresvergleich und damit leicht weniger als die 1,0 % im Februar sowie deutlich unter der aktuellen CPIH-Inflationsrate von 3,4 %.

Die Basisausgaben kehrten in positives Terrain zurück und legten um 0,5 % zu – erstmals seit Juli 2025, vor allem aufgrund höherer Kraftstoffausgaben. Diese Kategorie stieg konkret um 1,6 % und damit erstmals seit Februar 2023.


Im Gegensatz dazu gingen die Reiseausgaben um 3,3 % zurück – der erste Rückgang seit März 2021, vor der Aufhebung der Pandemie-Beschränkungen. Reisebüros verzeichneten ein Minus von 4,6 %, Fluggesellschaften von 4,1 % und der öffentliche Verkehr von 2,9 %.

Gleichzeitig stiegen die Ausgaben für Hotels, Resorts und Unterkünfte um 1,2 %, was auf eine stärkere Nachfrage nach Inlandsreisen und Urlauben innerhalb des Vereinigten Königreichs zurückgeführt wird.

Trotz der Abschwächung bei nicht essenziellen Ausgaben zeigten einige Sektoren weiterhin eine positive Entwicklung. Die Ausgaben für Kleidung und Schuhe stiegen um 3,6 %, Freizeit um 3,5 %, während der Bereich Gesundheit und Schönheit ein Plus von 6,3 % verzeichnete und damit fünf Jahre kontinuierlichen Wachstums fortsetzt. Noch stärker wuchsen digitale Abonnements und Digital Content mit einem Anstieg von 10,9 %.

Auf Ebene der Konsumentenstimmung zeigt die Umfrage einen Rückgang des Vertrauens in die britische und globale Wirtschaft, auf 21 % gegenüber zuvor 25 % bzw. 24 % im Februar. Dennoch zeigen sich die meisten Briten weiterhin relativ widerstandsfähig: 71 % geben an, innerhalb ihrer finanziellen Möglichkeiten zu leben, und 67 % fühlen sich sicher in Bezug auf die Finanzen ihres Haushalts.

Die geopolitische Unsicherheit beeinflusst jedoch zunehmend das Verhalten der Verbraucher. 14 % geben an, größere Anschaffungen oder finanzielle Entscheidungen zu verschieben, während ebenfalls 14 % versuchen, zusätzliche finanzielle Rücklagen für mögliche Kostensteigerungen zu bilden.

Besonders ausgeprägt sind die Sorgen über Preissteigerungen. 86 % befürchten höhere Lebensmittelpreise, 85 % steigende Energiekosten, 83 % höhere Haushaltsrechnungen und 70 % steigende Reisekosten. Zudem äußern 57 % Bedenken über mögliche Reiseunterbrechungen, während 11 % bereits geplante Reisen stornieren.

Barclays kommt zu dem Schluss, dass die März-Daten eine klare Kluft zwischen Konsumstimmung und tatsächlichem Ausgabeverhalten zeigen: Die Vorsicht bleibt bestehen, doch die Ausgaben zeigen in ausgewählten Kategorien weiterhin Widerstandskraft.

HAPCO & DES

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