Samstag, Juni 6, 2026
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Deloitte: Reisen werden teurer, Reisende werden weniger – aber diejenigen, die reisen, geben mehr aus

Die Sommerreisesaison 2026 zeichnet ein neues Bild für den globalen Tourismus, da steigende Preise offenbar die Gesamtnachfrage beeinflussen, ohne jedoch die Bereitschaft der Reisenden zu mindern, weiterhin stärker in ihre Erlebnisse zu investieren. Dies geht aus der neuen Studie der Deloitte „Flight or Fold: Travelers Navigate Pricing Pressure“ hervor, die veränderte Konsumgewohnheiten und Prioritäten der Verbraucher abbildet.

Laut den Umfragedaten geben nur 45 % der US-Amerikaner an, für den Sommer 2026 eine bezahlte Urlaubsreise zu planen – der niedrigste Wert der letzten sechs Jahre. Gleichzeitig sagen 50 %, dass sie überhaupt keine Reise planen, gegenüber 43 % im Jahr 2025.

Der finanzielle Druck erweist sich als wichtigster Grund für den Verzicht. 35 % derjenigen, die nicht reisen, geben an, sich Reisen nicht leisten zu können, während 32 % die Reisekosten als zu hoch einschätzen. Zudem berichten 82 % der Befragten, dass alltägliche Ausgaben ihre Fähigkeit, Geld für Reisen aufzuwenden, in gewissem Maße beeinträchtigen.


Der Druck wirkt sich besonders stark auf niedrigere Einkommensgruppen aus. Die Reiseabsicht von Haushalten mit einem Einkommen unter 100.000 US-Dollar verzeichnet den stärksten Rückgang, während der Anteil höherer Einkommensgruppen steigt. Personen mit einem Einkommen über 100.000 US-Dollar werden voraussichtlich 53 % aller Reisenden im Sommer 2026 ausmachen, gegenüber 49 % im Vorjahr.

Trotz der Kostenbelastung zeigen sich diejenigen, die dennoch reisen, bereit, deutlich mehr auszugeben. Die Budgets für die Hauptsommerreise steigen um 17 % im Vergleich zu 2025, während etwa jeder Vierte angibt, seine Reiseausgaben signifikant zu erhöhen. Nur 11 % planen hingegen eine spürbare Reduzierung.

Besonders bemerkenswert ist, dass die höheren Ausgaben nicht zwingend mit zusätzlichen Leistungen verbunden sind, sondern vor allem der Stabilisierung von Erwartungen dienen. 38 % derjenigen, die ihr Budget erhöhen, führen dies auf gestiegene Preise für Flugtickets und Unterkünfte zurück.

Die Studie zeigt zudem, dass Reisende weiterhin Premiumangebote bevorzugen. Buchungen von Full-Service-Hotels und Resorts nehmen zu, ebenso wie die Wahl höherwertiger Flugklassen. Rund 57 % geben an, für ihre Hauptsommerreise das Flugzeug zu nutzen, während die Nachfrage nach Direktflügen und Premiumsitzen weiter steigt.

Parallel dazu prägt Remote-Arbeit weiterhin das Reiseverhalten. 34 % geben an, während ihres Urlaubs zu arbeiten, gegenüber 23 % im Jahr 2025. Unter Millennials steigt dieser Anteil auf 57 %, was den Trend der sogenannten „Laptop Luggers“ bestätigt, die Arbeit und Freizeit zunehmend kombinieren.

Gleichzeitig gewinnt künstliche Intelligenz zunehmend an Bedeutung bei der Reiseplanung. Bereits jeder vierte Reisende nutzt generative KI-Tools für Recherche und Planung, wobei Millennials mit 36 % die höchste Nutzung aufweisen. Dennoch bevorzugen die meisten weiterhin den Vergleich mehrerer Quellen statt einer einzigen Planungsplattform.

Im Bereich internationaler Reisen bleibt Europa mit 45 % der Nennungen das beliebteste Reiseziel, gefolgt von einem wachsenden Interesse an Kanada und anderen internationalen Destinationen. Gleichzeitig entwickeln sich jüngere Generationen, insbesondere einkommensstarke Millennials, zu den wichtigsten Treibern des Reisemarktes, da sie höhere Budgets, mehr Reisen und eine stärkere Nutzung von KI-Tools aufweisen.

BWH

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