Mit 350 Millionen Euro finanzieren die Deutsche Bundesregierung und das Land Brandenburg den Bau einer Produktionsanlage für synthetischen Flugkraftstoff (eSAF) in Schwedt.
Das entsprechende Förderdokument überreichten auf dem Gelände der PCK-Raffinerie die Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke.
Die Bundesregierung übernimmt zwei Drittel der Finanzierung, das Land Brandenburg das verbleibende Drittel.
Das Projekt „Brandenburg eSAF“ wird von den Unternehmen Enertrag und Zaffra entwickelt und soll bis 2030 auf dem Gelände der PCK-Raffinerie umgesetzt werden. Nach Angaben der Unternehmen handelt es sich um die größte Anlage in Deutschland zur industriellen Produktion von Flugkraftstoff im Power-to-Liquid-Verfahren.
Die Anlage soll eine jährliche Produktionskapazität von mindestens 30.000 Tonnen haben und damit mehr als ein Viertel der deutschen Nachfrage nach eSAF decken können, wie sie sich ab 2030 aus der EU-Verordnung ReFuelEU Aviation ergibt.
Der synthetische Kraftstoff wird im Fischer-Tropsch-Verfahren unter Einsatz von CO₂ aus Biomasse sowie Wasserstoff aus erneuerbaren Energien hergestellt.
Die Ankündigung der Finanzierung erfolgt in einer Phase angespannter Bedingungen auf dem Kerosinmarkt, da der Krieg im Iran den Öltransport durch die Straße von Hormus beeinträchtigt hat und zu steigenden Flugkraftstoffpreisen führt.
Die PCK-Raffinerie in Schwedt produziert unter anderem Flugkraftstoff für den Flughafen BER in Berlin.
Katherina Reiche erklärte, die Lage sei stabil, jedoch mit höheren Preisen, und wies darauf hin, dass steigende Kerosinkosten Reisende belasten könnten. Gleichzeitig betonte sie, dass steigende Flugkosten nicht mit einer Einschränkung des Flugverkehrs insgesamt gleichzusetzen seien.
Der Vorsitzende der Luftfahrt-Nachhaltigkeitsinitiative Aireg, Siegfried Knecht, bezeichnete die Finanzierung als „klares Signal“ für die Entwicklung der eSAF-Industrie in Deutschland und Europa und betonte, dass die Anlage in Schwedt als Vorbild für die Branche dienen könne.
Zugleich forderte er weitere politische Maßnahmen über die bestehenden SAF-Beimischungspflichten hinaus, um ein investitionsfreundliches regulatorisches Umfeld zu schaffen und Risiken zu reduzieren. Unter anderem schlug er staatliche Garantien für genehmigte Anlagen über einen Zeitraum von mindestens 15 bis 20 Jahren vor.


















