Reisende in ganz Europa müssen sich auf einen weiteren Tag mit Flugverspätungen einstellen. Die großen Flughäfen kämpfen weiterhin mit den Folgen des Cyberangriffs auf die Software „Muse“ von Collins Aerospace, die für Check-in und Gepäckabfertigung verwendet wird.
Einige der größten Flughäfen Europas – darunter London Heathrow, Brüssel, Dublin und Berlin – arbeiten seit Freitag daran, den Normalbetrieb nach dem Angriff wiederherzustellen.
Collins Aerospace, eine Tochtergesellschaft des US-amerikanischen Luft- und Raumfahrt- und Verteidigungsunternehmens RTX, gab am Montag, dem 22. September, bekannt, dass sie mit vier betroffenen Flughäfen und Fluggesellschaften zusammenarbeitet. Das Unternehmen befindet sich in der Endphase der notwendigen Updates, um die volle Funktionsfähigkeit wiederherzustellen.
Ein Sprecher des Brüsseler Flughafens erklärte jedoch, dass Collins Aerospace noch nicht bestätigt habe, dass das System wieder sicher sei. Daher wurden für heute 40 von 277 Abflügen und 23 von 277 Ankünften gestrichen.
Ein Sprecher des Flughafens Heathrow betonte, dass „die überwiegende Mehrheit der Flüge normal verläuft, auch wenn das Einchecken und Einsteigen bei einigen Flügen länger dauern kann“. „Dieses System gehört nicht zu Heathrow und wird auch nicht von uns betrieben. Wir können das IT-Problem nicht direkt beheben, unterstützen aber die Fluggesellschaften und stellen zusätzliches Personal in den Terminals bereit“, fügte er hinzu.
Heathrow empfiehlt den Passagieren, den Status ihres Fluges zu prüfen und „spätestens drei Stunden vor Abflug bei Langstreckenflügen und zwei Stunden vor Abflug bei Kurzstreckenflügen am Flughafen zu sein“.
Ein Sprecher des Flughafens Dublin erklärte, dass heute keine Flugausfälle erwartet werden, schloss diese jedoch nicht aus. Am Sonntag berichtete Aer Lingus, dass das Unternehmen „erheblich“ betroffen sei.
RTX erklärte am Samstag, dass man daran arbeite, das Problem so schnell wie möglich zu beheben. Der Vorfall betrifft ausschließlich die Software „Muse“.
Die Luftfahrtindustrie – und nicht nur sie – ist anfällig
Der Angriff verdeutlicht die Risiken, die mit der Abhängigkeit von kritischen Technologie-Lieferanten verbunden sind. Die Europäische Kommission erklärte am Samstag, dass sie den Vorfall genau beobachte und dass „die bisherigen Anzeichen nicht auf einen groß angelegten oder schwerwiegenden Angriff hindeuten“.
Die Aktien einiger Fluggesellschaften reagierten dennoch negativ: IAG, Eigentümer von British Airways, verlor 1,2 %, Easyjet 1,4 % und Wizz Air 1,1 %.
Der Vorfall reiht sich in eine Serie schwerwiegender Cyberangriffe ein. Anfang dieses Monats war auch der britische Automobilhersteller Jaguar Land Rover betroffen und musste die Produktion „einfrieren“.


















