Für die Europäer hat Reisen nach wie vor oberste Priorität: 77 % planen mindestens eine Reise zwischen Juni und November 2025. Griechenland ist dabei die vierte Wahl für Reisen innerhalb Europas. Mehr als die Hälfte (55 %) sucht für die nächste Reise jedoch nach weniger bekannten Zielen und auch Reisen außerhalb der Saison stehen jetzt im Fokus. Überraschenderweise beabsichtigen die meisten trotz des anhaltenden wirtschaftlichen Drucks, ihr Urlaubsbudget in diesem Jahr beizubehalten oder sogar zu erhöhen. Dies geht aus dem jüngsten Bericht „Monitoring Sentiment for Intra-European Travel“, Wave 22, der European Travel Commission (ETC) hervor.
Die Nachfrage nach Reisen ist nach wie vor hoch: Die Mehrheit der Europäer (65 %) entscheidet sich für Reisen innerhalb des Kontinents. Die Reiseabsicht ist besonders bei den über 55-Jährigen „brandaktuell“ (82 %). Es folgen die 45- bis 54-Jährigen (79 %) und die 35- bis 44-Jährigen (78 %). Die Reiseabsicht ist bei den 18- bis 24-Jährigen mit 66 % etwas geringer, obwohl sie häufiger vor finanziellen Hindernissen und Zeitmangel stehen.
Miguel Sanz, der Präsident des ETC, kommentierte die Ergebnisse der Umfrage wie folgt: „Die Europäer sind nicht bereit, beim Reisen Kompromisse einzugehen, und bevorzugen zunehmend ruhigere Reiseziele sowie Reisen außerhalb der Hauptreisezeiten. Reiseziele sollten diesen Trend nutzen, indem sie vor allem in den Sommermonaten weniger überfüllte, abseits der Hauptverkehrszeiten liegende Reiseziele bewerben und nachhaltige Marketingmaßnahmen ergreifen, die europäische Reisende ansprechen. Mit diesem Ansatz können wir auf die sich verändernden Besuchererwartungen reagieren und gleichzeitig einen ausgewogeneren und widerstandsfähigeren Tourismussektor in ganz Europa fördern.“
Die Europäer sind … offen für Reisen außerhalb der Hochsaison
Laut ETC sind Juli und August mit jeweils 25 % nach wie vor die beliebtesten Sommerurlaubsmonate. Der September ist jedoch ein starker Anwärter: 22 % der Europäer planen Reisen in diesem Monat. Diese starke Präferenz für Reisen im Frühherbst deutet darauf hin, dass ein erheblicher Teil der Reisenden Alternativen außerhalb der Hochsaison bevorzugt, die durch mildes Wetter, geringere Menschenmassen und ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis motiviert sind.
Zunahme der Reisen innerhalb der Region
Die überwiegende Mehrheit der Europäer (91 %) beabsichtigt, in den kommenden Monaten innerhalb des Kontinents zu reisen, während nur 8 % eine Reise ins außereuropäische Ausland in Erwägung ziehen. Dieser geringe Anteil hängt wahrscheinlich mit den höheren Kosten und den anhaltenden geopolitischen Bedenken zusammen.
Wie das ETC zeigt, bleibt das Interesse an Reisen innerhalb Europas (26 %) und in die Nachbarländer (33 %) stabil. Gleichzeitig möchte ein wachsender Anteil der Europäer (32 %, 5 % mehr als im letzten Sommer) über ihre Nachbarländer hinaus zu weiter entfernten Zielen auf dem Kontinent reisen. Diese Verschiebung könnte auf den wachsenden Wunsch nach kulturell unterschiedlichen Erfahrungen zurückzuführen sein, die dennoch die Vertrautheit, Sicherheit und Bequemlichkeit innereuropäischer Reisen bieten.
Das Mittelmeer bleibt auch in dieser Saison die begehrteste Region. An erster Stelle steht Spanien (13 %, 5 % mehr als im Vorjahr), gefolgt von Italien (10 %), Frankreich (8 %) und Griechenland (6 %).
Sommerreisen verlagern sich auf ruhigere und weniger überfüllte Reiseziele
Laut einer Studie des ETC sind sich die Europäer der ungleichen Verteilung der Reiseströme zu bestimmten Reisezielen und in Spitzenzeiten zunehmend bewusst. Die Besorgnis über „übermäßige Touristenströme“ in stark nachgefragten Gebieten ist seit Sommer 2024 um drei Prozent gestiegen. Gleichzeitig legen 11 % der Reisenden mehr Wert auf weniger überfüllte Reiseziele – ein Anstieg um 4 % gegenüber dem Vorjahr.
Im Einklang mit diesen Vorlieben planen 55 % der Europäer, ihren Sommerurlaub 2025 an weniger beliebten oder abseits der Touristenströme gelegenen Reisezielen zu verbringen, verglichen mit 48 % im Frühjahr 2025.
Das Interesse an den traditionellen touristischen Hotspots hat derweil proportional abgenommen: Sie werden nun nur noch von 45 % der Befragten gewählt.
In diesem Zusammenhang bleibt das Flugzeug mit 53 % das beliebteste Verkehrsmittel, das vor allem wegen seiner Schnelligkeit (27 %) und Erschwinglichkeit (21 %) geschätzt wird.
Das wachsende Interesse an weniger bekannten Reisezielen könnte sich jedoch auf die Wahl des Reisemittels auswirken: 32 % der Europäer entscheiden sich jetzt für das Auto. Das sind 4 % mehr als im Vorjahr. Sie schätzen die Flexibilität, den Komfort und den leichteren Zugang zu Orten, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht gut erreichbar sind.

















