Montag, Juni 8, 2026
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Geopolitische Spannungen „bremsen“ die Reisen der Deutschen | 1 von 6 ändert oder storniert Urlaube | 72% werden im laufenden Quartal reisen

Kriege, internationale Krisen und zunehmende politische Unsicherheit scheinen die Reiseentscheidungen der Deutschen immer stärker zu beeinflussen und die Nachfrage im Vorfeld der Osterzeit sowie der kommenden Monate neu zu formen. Laut einer aktuellen Umfrage des Deutschen Instituts für Tourismusforschung im Auftrag des Deutschen Tourismusverbandes (DTV.de) gibt ein erheblicher Anteil der Reisenden an, seine Pläne bereits aufgrund der internationalen Lage angepasst zu haben, wobei einige ihre Reisen einschränken oder vollständig stornieren oder sogar das Reiseziel wechseln.

Konkret erklärten 16% der Befragten, die eine Reise zu Ostern oder in den kommenden drei Monaten geplant hatten, dass sie ihre Pläne aufgrund der globalen politischen Lage und geopolitischen Instabilität geändert haben. An der Analyse nahmen Ende März 1.124 Personen teil, von denen 46% beschlossen, keine Urlaubsreise anzutreten, während 32% ihre Buchung vollständig stornierten.

Trotzdem bleibt die Reiselust hoch, wobei Bayern und Spanien eine führende Rolle spielen. Rund 72% der Deutschen planen von April bis Juni mindestens eine Urlaubsreise im In- oder Ausland. 41% beabsichtigen, innerhalb Deutschlands zu reisen.


Die beliebtesten Reiseziele im Inland sind:

  • Bayern: 28%
  • Baden-Württemberg: 12%
  • Nordrhein-Westfalen: 10%
  • Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein: jeweils 9%

Im Ausland liegen Spanien (15%) und Italien (14%) vorne.

„Urlaube sind nicht unpolitisch“, sagte der stellvertretende Direktor des Instituts, Julian Reif. Für viele Menschen sind die politischen Bedingungen am Reiseziel ein wichtiger Faktor bei der Reiseentscheidung. Zwei Drittel der Befragten bewerteten die politischen Bedingungen am Urlaubsort als wichtig oder sehr wichtig. 79% gaben an, Reiseziele mit politischer Instabilität oder sozialen Unruhen zu vermeiden.

Laut dem Präsidenten des DTV, Reinhard Meyer, sei die Tatsache, dass 16% der Befragten ihre Reisepläne geändert haben, auf Grundlage früherer Erfahrungen unerwartet gewesen. „Unsere Studie zeigt deutlich die Unsicherheit, die deutsche Urlauber derzeit aufgrund der globalen Krise und der damit verbundenen Preissteigerungen empfinden“, betonte Meyer und hob hervor, dass die aktuelle weltpolitische Lage zumindest kurzfristig einen erheblichen Einfluss auf die Reisepläne der Deutschen habe.

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