Die geplante Übernahme der Schweizer Hotelplan-Gruppe, zu der auch Vtours gehört, durch die Dertour-Gruppe droht zu scheitern. Die Schweizer Wettbewerbskommission kündigte an, die Transaktion eingehend zu prüfen, da sie eine Monopolbildung auf dem Schweizer Tourismusmarkt befürchtet.
Die Schweizer Wettbewerbskommission hat darauf hingewiesen, dass es Anzeichen dafür gibt, dass das fusionierte Unternehmen eine marktbeherrschende Stellung einnehmen und somit zum größten Reiseveranstalter der Schweiz werden würde. Dies hätte entsprechenden Einfluss auf Preise und Wettbewerb.
Die vertiefte Analyse geht der Frage nach, ob den Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz auch in Zukunft genügend Alternativen zur Verfügung stehen werden. Insbesondere wird untersucht, inwieweit eigenständige Hotel- oder Flugbuchungen sowie Buchungen über Online-Plattformen wettbewerbsfähige Alternativen darstellen, um einer möglichen Preiserhöhung entgegenzuwirken.
Auch die Auswirkungen der digitalen Buchungskanäle auf den Wettbewerb sind ein zentrales Thema der Analyse. Die Wettbewerbskommission will klären, ob Online-Angebote eine ausreichende Konkurrenz zu den traditionellen Reisebürostrukturen darstellen oder ob der Zusammenschluss die bestehenden Marktstrukturen zu stark konsolidiert.
Die Detailprüfung muss innerhalb der Viermonatsfrist abgeschlossen sein. Erst dann wird die Wettbewerbskommission entscheiden, ob sie den Zusammenschluss zulässt, mit Auflagen versieht oder untersagt.
Hotelplan: Bedeutende Stellung in der Schweiz
Unter dem Schirm der Hotelplan-Gruppe sind derzeit die Marken Hotelplan, Migros Ferien, Travelhouse und Tourisme Pour Tous in der Schweiz tätig. Dertour ist auch mit Helvetic Tours und Kuoni im Alpenland präsent.
Beide Gruppen verfügen in der Schweiz über insgesamt rund 150 Reisebüros, weshalb es überraschend ist, dass die Wettbewerbsbehörden erst jetzt aktiv werden.
Nach monatelangen Verhandlungen gab Hotelplan im Februar bekannt, dass das Unternehmen seine eigenen Veranstaltermarken und Reisebüros in der Schweiz, Deutschland (Vtours) und Großbritannien an die deutsche Dertour-Gruppe verkaufen wird. Die im Ferienhausbereich tätige Tochtergesellschaft Interhome wird hingegen an die auf Ferienunterkünfte und Ferienhäuser spezialisierte Hometogo mit Sitz in Berlin übertragen.
Die Platzierung von Dertour
„Natürlich hätten wir gerne die Zustimmung der Schweizer Wettbewerbskommission erhalten und die Übernahme so schnell wie möglich abgeschlossen, um gemeinsam mit der Hotelplan-Gruppe neue Perspektiven in unserem touristischen Netzwerk zu entwickeln“, so Dertour in einer Stellungnahme.
Nach Angaben des deutschen Reiseveranstalters war aufgrund des intensiven Wettbewerbs und der Angebotsvielfalt im Schweizer Reisemarkt jedoch nicht mit einer eingehenden Prüfung durch die Wettbewerbskommission zu rechnen.
Selbstverständlich werde Dertour die Wettbewerbskommission bei ihren weiteren Abklärungen vollumfänglich unterstützen und konstruktiv mit ihr zusammenarbeiten. „Wir sind überzeugt, dass der Zusammenschluss dazu beitragen wird, den Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten ein noch breiteres und attraktiveres Angebot an Reisen und Ferien zu bieten – und das bei gleichbleibend hoher Zuverlässigkeit und Qualität.“

















