Mittwoch, Juni 10, 2026
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HVS: Wie der Konflikt im Nahen Osten die Nachfrage nach Reisen nach Europa verändert

Die Reiseplanung wird zunehmend komplexer, da die Unsicherheit im Nahen Osten die Entscheidungen der Reisenden und die Strategien der Fluggesellschaften beeinflusst, berichtet das Beratungsunternehmen HVS in einem aktuellen Bulletin.

Langstreckenreisende meiden zentrale Drehkreuze am Golf wie Dubai, Doha und Abu Dhabi und wählen alternative Routen über Asien und Europa, etwa über Singapur, Hongkong, Tokio, London, Frankfurt, Paris oder Amsterdam.

Fluggesellschaften passen ihre Flugpläne an und bieten mehr Flexibilität, während Passagiere zunehmend Wert auf Zuverlässigkeit legen, auch wenn dies höhere Kosten bedeutet. Die Nachfrage nach flexiblen Buchungen führt dazu, dass viele Reisende bereit sind, einen Aufpreis zu zahlen, um Umbuchungsmöglichkeiten zu sichern.


Ein entscheidender Faktor ist der Anstieg der Treibstoffpreise. Mit weitgehend geschlossenen Straßen durch die Straße von Hormus sind die Kerosinpreise von etwa 95 USD pro Barrel Mitte Februar auf rund 175 USD gestiegen, was die Betriebskosten der Fluggesellschaften erheblich erhöht. Da Treibstoff bis zu einem Viertel der Gesamtkosten ausmacht, wirkt sich dies direkt auf die Ticketpreise aus.

Zusätzlich erzwingen Luftraumrestriktionen längere Flugrouten, wodurch die Effizienz der Flugzeuge, insbesondere auf Langstreckenflügen, abnimmt. Einige Fluggesellschaften haben bereits Flüge gestrichen, während die Nachfrage stabil bleibt, da Reisende frühzeitig buchen, um weitere Preissteigerungen zu vermeiden.

Die Nachfrage verschwindet nicht, sie verlagert sich. Innerhalb Europas zeigt die Reisetätigkeit starke Dynamik, während Ziele im östlichen Mittelmeerraum – etwa die Türkei, Zypern, Ägypten und Teile Griechenlands – durch ein erhöhtes „regionales Risiko“ betroffen sind, was Reisezeit und -kosten steigert.

Im Gegensatz dazu bleiben etablierte Destinationen wie Spanien, Portugal und Italien stark gebucht. Gleichzeitig wächst das Interesse an Sekundärstädten in Nord- und Südeuropa sowie an Destinationen in Südosteuropa, insbesondere entlang der Adria.

Mittelfristig dürfte sich das Muster der Reisedynamik ändern. Internationale Ankünfte, die üblicherweise höhere Ausgaben pro Aufenthalt bringen, könnten leicht zurückgehen, teilweise ausgeglichen durch steigende Inland- und Binnenreisen. Höhere Kosten für Langstreckenflüge veranlassen Europäer jedoch, vermehrt auf kürzere Trips zu setzen und oft qualitativ hochwertigere Erlebnisse zu wählen.

Europa ist gut positioniert, um diese Verschiebungen aufzufangen, mit starken Leistungen in traditionellen und aufstrebenden Märkten. Die Lage bleibt jedoch volatil. Bei einer Entspannung der Spannungen könnten die Nahostländer schnell die verlorene Nachfrage zurückgewinnen.

Für Hoteliers wird Anpassungsfähigkeit entscheidend sein. Die Nutzung aktueller Chancen in Kombination mit der Vorbereitung auf schnelle Veränderungen bei Reiseverhalten und Konsummustern wird über den Erfolg in diesem dynamischen Umfeld entscheiden.

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