Donnerstag, Juni 4, 2026
StartFIRMENINSETE – HATTA: Problem ist die hohe Steuerbelastung für Reisebüros

INSETE – HATTA: Problem ist die hohe Steuerbelastung für Reisebüros

Ein Bild begrenzter Dynamik und zunehmender Belastungen zeigt sich im Reisebürosektor, wobei die Daten zur Sommersaison 2025 als Grundlage für die Einschätzung der Tourismusentwicklung im Jahr 2026 dienen, laut der Unternehmensklimastudie von INSETE und HATTA, an der 227 Unternehmen aus dem gesamten Land teilnahmen.

Der einreisende Tourismus bleibt der zentrale Pfeiler der Geschäftstätigkeit, da 86% der Reisebüros internationale Ankünfte bedienen, gegenüber 35% im Inlandstourismus und 34% im ausgehenden Tourismus. In wichtigen Tourismusregionen wie Kreta, den Ionischen Inseln und den Kykladen erreicht dieser Anteil 100%, was die Abhängigkeit des Sektors von der internationalen Nachfrage unterstreicht.

Die Marktstruktur bleibt fragmentiert, da fast 49% der Unternehmen bis zu 5 Mitarbeiter beschäftigen, während nur 15% mehr als 20 Mitarbeiter haben, was die Widerstandsfähigkeit in Zeiten von Instabilität einschränkt.


Auf Umsatzebene erwarten 47% der Unternehmen, dass die Einnahmen der Sommersaison zwischen -5% und +5% liegen werden – ein Hinweis auf Stagnation –, während 31% einen Rückgang von über -5% prognostizieren und 23% einen Anstieg von über +5% erwarten. Das Überwiegen negativer Prognosen schafft ein verhaltenes bis negatives wirtschaftliches Klima, das auch die Erwartungen für 2026 prägt.

Die Unterschiede sind auf regionaler Ebene deutlich. Mittelgriechenland sowie Ostmakedonien und Thrakien zeigen ein positives Erwartungsplus von +33%, während Regionen wie Epirus, Thessalien, Westgriechenland, Nordägäis und die Ionischen Inseln eine Dominanz von Schätzungen mit Rückgängen von über -5% verzeichnen.

Nach Unternehmensgröße zeigen größere Einheiten eine höhere Widerstandsfähigkeit, wobei 32% der Unternehmen mit mehr als 21 Mitarbeitern einen Umsatzanstieg von über +5% erwarten, gegenüber nur 10% bei Unternehmen mit 11–20 Mitarbeitern. Bei sehr kleinen Unternehmen (1–5 Mitarbeiter) erwarten 35% einen Umsatzrückgang, gegenüber 20% mit erwarteten Steigerungen.

Das operative und wirtschaftliche Umfeld bleibt belastend. Hohe Steuerbelastung wird von 66% der Unternehmen als Hauptproblem genannt, während die gestiegenen Betriebskosten 64% betreffen. Gleichzeitig wirkt sich der Wettbewerb durch digitale Plattformen auf 49% des Marktes aus und der Fachkräftemangel auf 41%, mit besonderer Intensität in touristischen Regionen.

Im Hinblick auf Unterstützungsbedarfe priorisieren 65% der Unternehmen den Zugang zu Finanzierung, während die Vereinfachung des regulatorischen Rahmens 42% erreicht. Die Weiterbildung des Personals und der digitale Wandel folgen mit 37% bzw. 34%, während 31% eine Stärkung der Nachfrage durch gezielte Kampagnen fordern.

Dieses Bild fügt sich in ein breiteres wirtschaftliches Umfeld erhöhter Unsicherheit für den Tourismus ein, sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene. Die Belastung durch Betriebskosten, der Druck auf Gewinnmargen und die Steuerlast wirken kumulativ und begrenzen die Investitions- und Entwicklungsmöglichkeiten, insbesondere für kleinere Unternehmen, die die überwältigende Mehrheit des Sektors ausmachen. Gleichzeitig macht die starke Abhängigkeit vom einreisenden Tourismus die Unternehmen anfällig für externe Faktoren wie Veränderungen der internationalen Nachfrage, geopolitische Entwicklungen und Verschiebungen in den Reiseflüssen.

Auf internationaler Ebene verschärft sich der Wettbewerb, da kostengünstigere Destinationen größere Marktanteile anstreben, während die Verlagerung auf digitale Plattformen die Funktionsweise des Marktes grundlegend verändert. Die Tatsache, dass fast 1 von 2 Unternehmen (49%) Druck durch digitalen Wettbewerb angibt, zeigt den Übergang zu einem neuen Modell, in dem Technologie und Preispolitik eine entscheidende Rolle spielen.

Gleichzeitig zeigt die Untersuchung, dass die inländische wirtschaftliche Realität die Branche weiterhin direkt beeinflusst. Der eingeschränkte Zugang zu Finanzierung, der von 65% der Unternehmen als Hauptbedarf hervorgehoben wird, wirkt zusammen mit Bürokratie und der Starrheit des institutionellen Rahmens hemmend auf Wettbewerbsfähigkeit und Investitionen in Infrastruktur und Dienstleistungen.

Zugleich steht der Fachkräftemangel, der 41% der Unternehmen betrifft, in direktem Zusammenhang mit der allgemeinen Arbeitsmarktsituation im Tourismus, wo Arbeitsbedingungen, Saisonalität und Lohndruck die Gewinnung und Bindung von Personal erschweren. Dieses Element gewinnt besondere Bedeutung im Hinblick auf die neue Tourismussaison, da die Qualität der Dienstleistungen direkt mit Verfügbarkeit und Ausbildung des Personals verbunden ist.

Insgesamt zeigen die Daten einen Sektor, der mit widersprüchlichen Merkmalen in das Jahr 2026 geht: Einerseits besteht eine starke Präsenz im einreisenden Tourismus und eine stabile Nachfrage, andererseits jedoch zunehmender Kostendruck, begrenzte Profitabilität und wachsender Wettbewerb. Das Gleichgewicht zwischen diesen Faktoren wird die Entwicklung des Tourismus in der kommenden Periode maßgeblich bestimmen.

BWH

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