Der Verlauf der Dienstleistungen, zu denen auch der Tourismus zählt, stand im September im Mittelpunkt der wirtschaftlichen Lage. Der Index der Geschäftserwartungen sank laut der jüngsten Erhebung des IOBE auf 111,6 Punkte, nach 115,7 Punkten im Juli.
Der größte Druck zeigte sich in den Hotels, Restaurants und Reisebüros, wo der Index auf 128,1 Punkte fiel, von 148,7 im Sommer. Die positiven Einschätzungen zur aktuellen Nachfrage verstärkten sich deutlich (+61 von +37 Punkten), doch die Prognosen für ihre kurzfristige Entwicklung drehten abrupt ins Negative (-26 Punkte von +56). Auch bei der Beschäftigung war die Veränderung dramatisch, mit Erwartungen, die auf -18 Punkte fielen von +57 im Juli, während bei den Preisen das Saldo eine deflationäre Tendenz aufwies (-27 Punkte).
In anderen Dienstleistungsbranchen unterscheiden sich die Bilder. Die Finanzintermediäre stärkten ihre Erwartungen auf 160,3 Punkte (von 154,2), mit einer Verbesserung der Einschätzungen zur Nachfrage (+72 Punkte) und einem spürbaren Anstieg der Beschäftigungsprognosen (+64 Punkte).

Im Gegensatz dazu zeigten die verschiedenen Geschäftsdienstleistungen einen starken Rückgang auf 104,3 Punkte (von 121,0), mit den positiven Nachfrageprognosen, die auf +20 Punkte von +45 schrumpften, während die Beschäftigung ins Negative kippte (-14 Punkte). Deutlichen Auftrieb gab es in der IT und Softwareentwicklung, wo der Index auf 123,5 von 105,1 Punkte stieg, mit stark positiven Einschätzungen zur aktuellen Lage (+52) und Nachfrageprognosen von +52. Im Landverkehr blieben die Erwartungen nahezu stabil bei 98,0 Punkten (von 99,3), doch die Beschäftigung stürzte von +29 auf -30 Punkte ab.
Insgesamt sank das Wirtschaftsklima in Griechenland auf 106,2 Punkte, von 108,9 im Juli. Der Rückgang ist vor allem auf Industrie, Bau und Dienstleistungen zurückzuführen, trotz einer leichten Verbesserung im Einzelhandel.
In der Industrie fiel der Erwartungsindex auf 105,2 Punkte, von 112,6 im Juli. Die Aufträge und die Nachfrage drehten ins Negative (-6 Punkte von +6), die Produktionsprognosen reduzierten sich (+21 von +27), während die Exportaufträge stark nachgaben (-18 von -7 Punkten).
Im Bauwesen fiel der Index auf 155,3 von 166,5 Punkten, liegt aber immer noch über dem Vorjahresniveau (143,6). Bei privaten Projekten brachen die Erwartungen für das Arbeitsprogramm ein und führten den Index auf -5 Punkte von +39, während im öffentlichen Bauwesen der Arbeitsindex auf -23 Punkte von +24 abstürzte. Dagegen stiegen die Beschäftigungsprognosen deutlich (+34 im Bauwesen insgesamt, von +5).
Im Einzelhandel gab es eine leichte Erholung. Der Index stieg auf 97,8 Punkte von 93,4 im Juli, mit positiven Einschätzungen zu den aktuellen Verkäufen (+5) und Optimismus für die nächste Zeit (+25 von +24). Im Segment Lebensmittel-Getränke-Tabak erreichte der Index 104,9 Punkte, mit starkem Anstieg der aktuellen Verkäufe (+42), während im Bereich Textilien-Bekleidung-Schuhe die Verkäufe zwar negativ blieben, sich aber gegenüber dem Sommer verbesserten (-23 von -59).
Auf Seiten der Haushalte zeigte das Konsumklima eine leichte Verbesserung auf -45,6 Punkte, von -47,6 im Juli, bleibt aber das niedrigste in der EU. Die Prognosen zur finanziellen Lage der Haushalte milderten sich (-39,8 von -45,2), ebenso wie die Einschätzungen zur Wirtschaft des Landes (-46,3 von -46,9). Die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen verstärkte sich (-46,3 von -49,1), während die Sparabsicht leicht zunahm (-65,9 von -67,1).
Insgesamt zeichnen die September-Daten das Bild einer Wirtschaft in einer Phase der Korrektur: mit einem Tourismus, der nach dem Sommerhoch deutlich ermüdet, einer schwächelnden Industrie und Bauwirtschaft, jedoch einem Einzelhandel und Konsumvertrauen, die als begrenzte Gegengewichte wirken.



















