Air France-KLM und die deutsche Lufthansa sind im Rennen um den Erwerb eines Anteils an TAP Air Portugal geblieben, nachdem sie die einzigen Fluggesellschaften waren, die am Donnerstag, dem 2. April, unverbindliche Angebote für die Minderheitsbeteiligung an der nationalen portugiesischen Fluggesellschaft abgegeben hatten, während sich IAG, Eigentümerin von British Airways, trotz ursprünglichen Interesses zurückgezogen hat.
Portugal hatte im Juli die seit Langem verschobene Privatisierung von TAP wieder aufgenommen, mit dem Ziel, einen Anteil von 44,9 % an einen strategischen Airline-Partner zu verkaufen, der in der Lage ist, die globale Reichweite und Wettbewerbsfähigkeit der Fluggesellschaft auszubauen, während weitere 5 % für die Beschäftigten von TAP vorgesehen sind.
Ein Sprecher der Lufthansa erklärte gegenüber Reuters, dass die Fluggesellschaft ein Angebot abgegeben habe, nachdem zuvor bereits der französisch-niederländische Konzern Air France-KLM einen entsprechenden Schritt unternommen hatte.
IAG, die ebenfalls zunächst Interesse an TAP gezeigt hatte, erklärte in einer Stellungnahme, dass sie nach „sorgfältiger Prüfung“ beschlossen habe, nicht für den Minderheitsanteil zu bieten, da sie Wachstumsmöglichkeiten innerhalb der bestehenden Gruppe priorisiere.
Der strategische Plan ist Voraussetzung für die Angebote
Die unverbindlichen Angebote, die bis Donnerstag 17:00 Uhr GMT eingereicht werden mussten, mussten einen vorgeschlagenen Preis für den TAP-Anteil enthalten, kombiniert mit operativen und strategischen Plänen sowie den erwarteten Vorteilen.
Weder Air France-KLM noch Lufthansa haben den gebotenen Preis offengelegt, und die deutsche Fluggesellschaft hat zudem keine öffentliche Erklärung abgegeben.
„Unser Ziel ist es, unsere Aktivitäten in Lissabon zu stärken und gleichzeitig die Verbindungen in andere Regionen Portugals, einschließlich Porto, auszubauen“, hatte zuvor der CEO von Air France-KLM, Benjamin Smith, erklärt.
Die zentrale Attraktivität von TAP liegt in den privilegierten und lukrativen Zeitnischen, die den Hub in Lissabon mit Brasilien, portugiesischsprachigen Ländern Afrikas und den Vereinigten Staaten verbinden – Strecken, die die portugiesische Regierung erhalten und ausbauen will.
TAP „fügt sich naturgemäß“ zu Air France-KLM
Benjamin Smith sagte, dass TAP „naturgemäß passt“ zur Multi-Hub-Strategie von Air France-KLM, wobei Lissabon der einzige südliche europäische Hub des Konzerns sei, der Amerika und Afrika verbindet.
Im November hatte Lufthansa-CEO Carsten Spohr betont, sein Konzern sei der „bestmögliche Partner“ für TAP und eine Zusammenarbeit würde Lissabons Rolle als Atlantik-Hub zwischen Amerika und Afrika stärken.
Gemäß dem Privatisierungsplan könnte die portugiesische Regierung später auch die verbleibenden 50,1 % ihrer Beteiligung an den aktuellen Käufer des Minderheitsanteils verkaufen.


















