Donnerstag, Juni 11, 2026
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Neue Sammelklage gegen Booking | „Allianz“ spanischer und französischer Hotels

Spanische und französische Hoteliers bereiten eine Sammelklage gegen Booking vor und werfen der beliebten Plattform unlautere Geschäftspraktiken vor.

Konkret schließen sich zwei Anwaltskanzleien zusammen, um Massenklagen gegen die Geschäftspraktiken der Plattform zu koordinieren.

Eine neue „Allianz“ zwischen der spanischen Kanzlei Eskariam und der französischen Kanzlei Geradin Partners soll Hoteliers in beiden Ländern den Weg für Sammelklagen gegen Booking ebnen. Ziel sei es, die rechtlichen Verfahren zu vereinfachen und die Erfolgsaussichten für die betroffenen Hotels zu erhöhen, so das spanische Tourismusportal Preferente.

Gemeinsam wollen die Kanzleien grenzüberschreitende „Ressourcen“ wie Gutachten und Strategien effektiv nutzen.

Im Mittelpunkt der Klagen stehen die sogenannten Best-Value-Klauseln. Diese verpflichten Hotels dazu, auf Booking keine niedrigeren Preise anzubieten als auf anderen Vertriebskanälen, ein Verfahren, das nun vom Europäischen Gerichtshof für illegal erklärt wurde.

Spanien koordiniert die erste „Welle“ von Klagen

In Spanien organisiert die Asociación Española de Directores de Hotel (AEDH) bereits die ersten Sammelklagen. Laut Medienberichten beteiligen sich über 400 Hotels an einer Sammelklage. Auch in Frankreich gibt es ähnliche Aktionen. Die nun gegründete „Allianz“ soll diese Bemühungen bündeln und international koordinieren.


Zwar umfasst die „Allianz“ bisher nur Spanien und Frankreich, doch werden bereits Gespräche mit Anwaltskanzleien in Italien und Portugal geführt, so dass die Initiative in Zukunft auf eine gesamteuropäische Ebene ausgedehnt werden kann.

Alternative zur HOTREC Initiative

Parallel zu dieser „Allianz“ läuft eine weitere europäische Initiative unter der Leitung von HOTREC, dem Europäischen Verband des Hotel- und Gaststättengewerbes. Dabei handelt es sich um eine europäische Sammelklage, die von nationalen Partnern wie Cehat und CCS Abogados in Spanien bei niederländischen Gerichten eingereicht wurde. Die europäischen Hoteliers können nun wählen, ob sie sich an nationalen oder internationalen Klagen beteiligen wollen.

Ungeachtet der rechtlichen Schritte gegen das Unternehmen steht Booking auch unter dem Druck der europäischen Behörden. Im Juli verhängte die spanische Wettbewerbsbehörde CNMC eine Geldstrafe in Höhe von 413 Millionen Euro gegen das Unternehmen wegen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung. Das Verfahren ist derzeit ausgesetzt, da Booking Berufung eingelegt hat.

In Deutschland unterstützt der Hotelverband IHA eine Sammelklage von rund 2.000 Hotels gegen Booking.com vor dem Landgericht Berlin. Die Hoteliers fordern auch Schadenersatz wegen der Bestpreisklausel, die in Deutschland bereits 2015 abgeschafft wurde.

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