Eine Reiseversicherung wird zunehmend wieder zur obligatorischen Einreisebedingung in immer mehr Ländern und wandelt sich damit von einer optionalen Wahl zu einer unvermeidlichen Ausgabe für jeden internationalen Reisenden.
Von Argentinien über Kuba bis hin zu Thailand und Frankreich verlangen Regierungen mittlerweile Nachweise über den Versicherungsschutz, um die öffentlichen Gesundheitssysteme vor den Kosten der Behandlung unversicherter Besucher zu schützen.
In Europa verlangen die Schengen-Regeln für jeden Visumantrag eine Deckung von mindestens 35.000 US-Dollar für medizinische Versorgung, Notfallhospitalisierung und Rückführung. Frankreich geht jedoch strenger vor, prüft sogar Reisende ohne Visapflicht und behält sich das Recht vor, Personen ohne Versicherungsnachweis die Einreise zu verweigern. Ähnliche Vorschriften gelten in Kuba, Ecuador, Galápagos, aber auch in Ländern wie Türkei, Vereinigte Arabische Emirate und Russland. Insgesamt setzen inzwischen 23 Länder sowie der Schengen-Raum eine obligatorische Versicherung voraus, so die Daten von Insubuy.
Die Erfahrungen aus der Pandemie haben die Bedeutung der Absicherung hervorgehoben. Während COVID-19 verpflichteten viele Staaten Reisende zur Versicherung, um die Belastung ihrer Krankenhäuser zu vermeiden. Diese Praktiken kehren nun zurück, nicht nur vorübergehend, sondern mit Aussicht auf Dauerhaftigkeit. „Viele Regierungen wollen die Kosten für die medizinische Versorgung ausländischer Touristen nicht länger selbst tragen“, betonen Marktbeobachter.
Obwohl die Mindestdeckung zwischen 35.000 und 55.000 US-Dollar liegt, empfehlen die meisten Experten Policen bis zu 100.000 US-Dollar, um im Falle eines schweren medizinischen Notfalls ausreichend geschützt zu sein. Die Versicherung sollte Hospitalisierung, Rückführung und zunehmend auch medizinische Evakuierung umfassen.
Problematisch bleibt die inkonsistente Umsetzung: Mal wird der Nachweis bei der Visumsbeantragung kontrolliert, mal am Flughafen, und in einigen Fällen gar nicht. Wo er jedoch verlangt wird, gilt die Regel strikt: Ohne Versicherungsnachweis können Fluggesellschaften das Boarding verweigern und Grenzbehörden die Einreise untersagen.
Für Reisende bedeutet diese neue Realität, dass Reiseversicherung als feste Ausgabe bei jeder internationalen Reise zu betrachten ist – nicht nur aus Compliance-Gründen, sondern vor allem für die eigene Sicherheit.
Quelle: Forbes


















