In diesem Sommer droht Urlaubern ein Reisealptraum: Ryanair warnt vor weiteren Verspätungen aufgrund eines Mangels an Fluglotsen in ganz Europa und kritisiert die Verkehrsminister.
Ryanair zufolge war 2024 bereits ein Rekordjahr für Flugverspätungen, obwohl die Zahl der Flüge in Europa um 5 % zurückging. Das Unternehmen befürchtet, dass es 2025 noch schlimmer werden könnte, wenn keine sofortigen Maßnahmen ergriffen werden.
Die Fluggesellschaft behauptet, dass sich der Flugverkehr in ganz Europa fast wieder auf dem Niveau von vor der Corona-Pandemie befindet, allerdings ist die Zahl der Fluglotsen gefährlich gering.

Laut der Billigfluggesellschaft ist Frankreich derzeit das europaweit am stärksten von Verspätungen betroffene Land, dicht gefolgt von Spanien.
Ryanair macht chronischen Personalmangel an den Kontrolltürmen dafür verantwortlich. Diese Situation werde von den Behörden trotz wiederholter Warnungen ignoriert.
Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair hat den beispiellosen Schritt unternommen, eine „Liga der verspäteten Flüge“ zu gründen, in der die Länder mit den meisten Flugverspätungen vertreten sind. Zudem hat das Unternehmen eine öffentliche Kampagne mit dem Titel „Die Flugsicherung hat meinen Flug ruiniert“ gestartet, um Druck auf die nationalen Regierungen auszuüben. Ziel ist es, die Regierungen dazu zu bewegen, dringend etwas gegen den Personalmangel in den Flughafenkontrolltürmen zu unternehmen.
Ryanair unter der Leitung von Michael O’Leary fordert betroffene Fluggäste auf, sich an die Verkehrsminister Frankreichs, Spaniens, Deutschlands, Portugals, des Vereinigten Königreichs und anderer Länder zu wenden. Auf ihrer Website fordert die Fluggesellschaft die Passagiere dazu auf, sich direkt an die Minister zu wenden und diese zu sofortigen Maßnahmen aufzufordern.
„Dies wird ein sehr schwieriger Sommer, nicht nur für Ryanair, sondern für alle Fluggesellschaften in Europa“, sagte ein Sprecher. Er fügte hinzu: „Wenn die Regierungen jetzt nicht handeln, werden Passagiere immer wieder unter unnötigen Verspätungen leiden.“
Ryanair hat die Forderung nach einem „einheitlichen europäischen Luftraum“ erneuert – ein seit Langem verzögerter EU-Plan, der die Einrichtung einer zentralen Flugsicherungsstelle vorsieht. Derzeit verwaltet jedes Land seinen eigenen Luftraum, was zu einer unausgewogenen Personalausstattung und weit verbreiteten Ineffizienzen führt.
Laut Branchenexperten sind Probleme mit der Flugsicherung derzeit die drittgrößte Ursache für Flugunterbrechungen nach schlechtem Wetter und begrenzten Flughafenkapazitäten. Sie räumen jedoch ein, dass angesichts der für dieses Jahr erwarteten Rekordzahlen an Fluggästen selbst kleine Personalengpässe große Probleme verursachen könnten.
Die andere Perspektive
Unterdessen hat die spanische Flugsicherung Enaire auf die Vorwürfe reagiert und betont, dass es keinen Personalmangel gibt. Die staatliche Behörde, die 22 % des europäischen Luftverkehrs überwacht, gibt an, dass Verspätungen aufgrund von Personalmangel im vergangenen Jahr nur 11 % ausmachten, und besteht darauf, dass die Zahl der Fluglotsen seit der Pandemie sogar gestiegen ist.

















