Die TUI Group hat angekündigt, dass alle ihre Kunden, die sich im Nahen Osten aufhielten, sicher in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind. Dies erfolgte im Rahmen einer umfangreichen Rückführungsaktion, die nach der Eskalation der Krise im Persischen Golf organisiert wurde.
In einem vom Konzern veröffentlichten Video dankte CEO Sebastian Ebel den Mitarbeitenden, Partnern und Behörden für die Koordination der Aktion und hob insbesondere Heraklion auf Kreta hervor, das – so Ebel – als wichtige „Brücke“ für die Rückkehr der Reisenden nach Europa fungierte.
Die Operation fand unter äußerst schwierigen Bedingungen statt, da die Spannungen rund um die Straße von Hormus und die Einschränkungen des Luftraums erhebliche Störungen der Luft- und Seeverbindungen in der Region verursachten.
Nach Angaben der Kreuzfahrtbranche wurden rund 2.500 Passagiere von TUI Cruises aus dem Persischen Golf evakuiert, nachdem das Unternehmen gezwungen war, sein Winterkreuzfahrtprogramm im Nahen Osten zu unterbrechen. Die Schiffe Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5, die Fahrten im Golf unternahmen, blieben in Häfen wie Dubai, Abu Dhabi und Doha liegen, nachdem die zunehmende Unsicherheit in der Region die Reisen unmöglich machte.
Die TUI begann mit der schrittweisen Ausschiffung der Passagiere und organisierte deren Rückführung per Flügen zu europäischen Zielen. Viele Reisende wurden mit gecharterten oder wieder verfügbaren Linienflügen zu großen Flughäfen wie Frankfurt und München transportiert, wo immer möglich kamen auch kommerzielle Flüge zum Einsatz.
Die Rückführung erwies sich als äußerst komplex. Luftraumbeschränkungen über Ländern wie Iran und Irak, Änderungen bei Flugplänen und begrenzte Flugkapazitäten erschwerten die Planung erheblich. Für viele Passagiere bedeutete dies Verzögerungen, lange Wartezeiten an Flughäfen und in manchen Fällen Übernachtungen vor Ort.
In einigen Fällen wurden auch kompliziertere Routen organisiert: Passagiere wurden per Bus von Doha nach Riad in Saudi-Arabien gebracht, um dort in speziell gecharterte Flüge nach München, Frankfurt oder Köln umzusteigen. Parallel dazu wurden Plätze auf Qatar-Airways-Flügen für diejenigen gesichert, die direkt aus Katar abfliegen konnten.
Die Rückführungsaktion betraf nicht nur die Passagiere, sondern auch die Besatzungen der Schiffe. Ein Teil der Crew ist bereits in seine Heimatländer zurückgekehrt, weitere Mitarbeiter werden in den kommenden Tagen folgen, da es sich um Personal vieler verschiedener Nationalitäten handelt.
Die beiden Schiffe der TUI verbleiben derzeit in den Häfen von Abu Dhabi und Doha mit reduzierter Besatzung, bis eine sichere Abreise aus der Region möglich ist. Geplante Kreuzfahrten der Mein Schiff 4 bis zum 23. März und der Mein Schiff 5 bis zum 12. März wurden bereits abgesagt; weitere Stornierungen sind möglich, falls die Spannungen anhalten.
Diese Entwicklung stellt einen erheblichen Rückschlag für den Kreuzfahrtmarkt im Persischen Golf dar, der in den letzten Jahren als Winterdestination stark gewachsen war und Routen zwischen Dubai, Abu Dhabi und Doha anbot. Branchenberichten zufolge waren mindestens sechs Kreuzfahrtschiffe mit rund 15.000 Passagieren von der Krise in der Region betroffen.


















