Tripadvisor teilte mit, dass der Verwaltungsrat und das Management des Unternehmens mehrfach Gespräche mit dem aktivistischen Investor Starboard Value geführt hätten, der rund 9 % des Unternehmens hält und diesem vorwirft, keine ausreichende Rechenschaftspflicht der Führung für „Wertvernichtung“ sichergestellt zu haben.
In einem Schreiben mit besonders scharfem Ton erklärte Starboard, die Aktie des Online-Reiseunternehmens sei seit dem Amtsantritt von CEO Matt Goldberg im Jahr 2022 um nahezu 50 % gefallen und habe zuletzt ein historisches Tief erreicht.
Der Hedgefonds erklärte, er beabsichtige in der bevorstehenden Phase, in der Aktionäre im Vorfeld der ordentlichen Hauptversammlung 2026 Kandidaten für den Verwaltungsrat nominieren können, eine „hochqualifizierte“ Kandidatenliste vorzuschlagen, die die Mehrheit des Gremiums stellen soll.
Zugleich forderte Starboard Tripadvisor auf, einen Verkauf des gesamten Unternehmens formell zu prüfen, und kritisierte das Tempo der Bewertung strategischer Optionen für das Restaurant-Reservierungsgeschäft TheFork. Der Investor erklärte, es seien entschlossenere Schritte erforderlich, um den Wert für die Aktionäre zu steigern.
Der Analyst Dan Wasiolek von Morningstar merkte an, die Entwicklungen könnten Maßnahmen beschleunigen, die zu einem Verkauf von Teilen der Geschäftsaktivitäten von Tripadvisor führen könnten. Analysten von BMO Capital Markets erklärten ihrerseits, mögliche Alternativen könnten über TheFork hinausgehen und auch einen potenziellen Verkauf der größeren Experiences-Sparte Viator umfassen. Dabei verwiesen sie darauf, dass in der Vergangenheit sowohl für diese Vermögenswerte als auch für das Unternehmen insgesamt Übernahmeinteresse bestanden habe.
Starboard kritisierte zudem, dass sich Tripadvisor nur langsam an Technologien der generativen künstlichen Intelligenz anpasse, und warnte, dass die raschen Veränderungen bei der Online-Suche nach Reiseinformationen das Unternehmen anfälliger für den Wettbewerb machen könnten.
Als Reaktion erklärte Tripadvisor, Verwaltungsrat und Management blieben darauf fokussiert, im besten Interesse der Aktionäre zu handeln, und würden weiterhin Initiativen vorantreiben, die auf ein nachhaltiges langfristiges Wachstum abzielen. Das Unternehmen betonte, es prüfe alle verfügbaren Optionen zur Steigerung des Werts für Investoren.
Starboard reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme zu der Erklärung von Tripadvisor.
Der Konflikt ist Teil eines breiteren Trends zunehmenden Drucks durch aktivistische Investoren auf Technologie- und Online-Dienstleistungsunternehmen, da sich die Marktdynamik verändert und neue Technologien wie künstliche Intelligenz den Wettbewerb im Online-Reisesektor neu gestalten.


















