Donnerstag, Juni 4, 2026
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TUI: Über 250 Landwirte in Griechenland im Mittelpunkt eines neuen Modells für nachhaltigen Tourismus

Wie kann der Tourismus als Hebel zur Unterstützung der lokalen Produktion, landwirtschaftlicher Gemeinschaften und ökologischer Nachhaltigkeit dienen, ohne das Erlebnis der Besucher zu beeinträchtigen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des TUI Policy Breakfasts, das am 9. Dezember 2025 im Europäischen Parlament in Brüssel stattfand. Zu der Veranstaltung waren europäische Politiker, Institutionen und Vertreter der Tourismusbranche geladen.

Die Veranstaltung wurde von der TUI-Niederlassung in Brüssel, der TUI Care Foundation und dem SFDO organisiert und von dem Europaabgeordneten Daniel Attard moderiert, der als Berichterstatter des Europäischen Parlaments für nachhaltigen Tourismus fungiert. Im Zentrum der Diskussion stand die Verbindung von Tourismus und lokalen Agrar- und Lebensmittelsystemen, während die Europäische Union ihre neue Tourismusstrategie entwickelt und gleichzeitig die Farm-to-Fork-Strategie sowie das langfristige Vision für ländliche Gebiete vorantreibt.

Die vorgestellten Zahlen verdeutlichen die praktische Umsetzung dieser Strategie. Allein in Griechenland hat das TUI-Programm „Field to Fork“ über 800.000 Euro in lokale Lebensmittelquellen investiert und unterstützt mehr als 250 Landwirte und 37 lokale Gemeinschaften. An dem Programm nehmen 12 Hotels teil, und mehr als 72.000 Mahlzeiten mit biologischen und regenerativen Produkten wurden im Rahmen thematischer Aktionen serviert. Dies zeigt – wie betont wurde – dass Nachhaltigkeit mit wirtschaftlicher Rentabilität und einer verbesserten touristischen Erfahrung kombiniert werden kann.


Die Diskussion wurde von Tim Van Severen, dem Leiter der Tourismuspolitik bei TUI in der Europäischen Union, moderiert, der das Engagement des Konzerns betonte, Tourismus als Kraft für positive Veränderungen zu nutzen. Wie er erklärte, strebt TUI durch die TUI Care Foundation und gezielte Partnerschaften in den Zielgebieten an, lokale Produzenten mit dem Tourismussektor zu verbinden, stabile wirtschaftliche Beziehungen zu schaffen und einen Mehrwert für die lokalen Gemeinschaften zu erzielen.

Der Europaabgeordnete Daniel Attard warnte vor den Risiken einer ungleichen Verteilung des Tourismus in Europa und betonte, dass es nicht sein kann, dass einige Reiseziele „überflutet“ werden, während andere Regionen mit hohem Potenzial keinen Nutzen daraus ziehen. Die Verbesserung der Anbindung, insbesondere an weniger bekannte und ländliche Gebiete, sei entscheidend – sowohl zur Bekämpfung von Massentourismus als auch zur Linderung des „Undertourism“-Problems. Er hob zudem die Rolle von Initiativen wie „Field to Fork“ hervor, die zur Förderung der Authentizität europäischer Reiseziele beiträgt.

Ivory Hackett Evans von der TUI Care Foundation präsentierte das Projekt „Lively Landscapes“ und zeigte Beispiele aus verschiedenen Reisezielen weltweit, in denen der Tourismus zur Erhaltung der Biodiversität und zur wirtschaftlichen Stärkung der lokalen Gemeinschaften beiträgt. In diesem Zusammenhang betonte Sotiris Babagiouris vom SFDO die Notwendigkeit, die Lebensmittelproduktion zu transformieren, indem messbare Leistungsindikatoren und Überwachungsmechanismen eingeführt werden, damit nachhaltige Politiken greifbare Ergebnisse erzielen.

Besonders interessant war der Beitrag von Nikiforos Steiakis, der Erfahrungen aus Kreta mitbrachte und „Field to Fork“ als eines der wenigen erfolgreichen und realistischen Geschäftsmodelle bezeichnete. Wie er erklärte, kann die direkte Verbindung von Landwirten mit touristischen Unternehmen die Einkommen verbessern, die lokale Wirtschaft stärken und gleichzeitig den authentischen Charakter der Reiseziele bewahren.

Im Rahmen der Veranstaltung formulierte TUI auch klare politische Empfehlungen, darunter gezielte europäische Finanzierungen für Projekte, die Tourismus und lokale Lebensmittelsysteme verbinden, die Integration dieser Synergien in die neue EU-Tourismusstrategie, Anreize für Unternehmen, die in lokale Gemeinschaften investieren, und verlässliche Messinstrumente zur Erfassung der Auswirkungen auf Nachhaltigkeit und regionale Entwicklung.

Das zentrale Ergebnis der Diskussion in Brüssel war eindeutig: Programme wie „Field to Fork“, die bereits in neun Reisezielen weltweit umgesetzt werden – darunter Griechenland, Zypern, Portugal und Italien – zeigen, dass der Tourismus ein Katalysator für die Stärkung der lokalen Produktion und die soziale Kohäsion sein kann. Wenn der Tourismus tatsächlich mit der Erde und den Menschen vor Ort verbunden ist, profitieren Landwirte, Besucher, Unternehmen und lokale Gemeinschaften gleichermaßen.

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