Die türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines rechnet aufgrund der anhaltenden Verzögerungen bei der Reparatur der Pratt-&-Whitney-Triebwerke mit weiteren Störungen. Dutzende von Airbus-Flugzeugen werden nach Angaben von Unternehmensvertretern mindestens bis Mitte 2027 am Boden bleiben.
Die Fluggesellschaft begann das Jahr 2025 mit 35 Airbus A320neo-Flugzeugen, die aufgrund ungewöhnlich langer Wartezeiten für Motorreparaturen außer Betrieb genommen wurden. Bis Ende des Jahres wird erwartet, dass diese Zahl auf 45 Flugzeuge ansteigt, was mehr als 10 % der einstrahligen Airbus-Flotte der Airline entspricht.
Auf einer Konferenz der International Society of Transport Aircraft Trading (ISTAT) erklärte der Finanzdirektor der Turkish Airlines, Murat Seker, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass das Problem weiterhin ungelöst sei. Er fügte hinzu, dass die Fluggesellschaft angemessene Entschädigungen vom Hersteller erhalten habe, jedoch keine Details bekannt gegeben wurden.
Langwierige Reparaturprozesse belasten den globalen Flugverkehr
Die Verzögerungen resultieren aus Wartungsproblemen bei Pratt & Whitney-Motoren, hergestellt vom US-Luft- und Raumfahrtkonzern RTX Corp. Im Durchschnitt beträgt die Reparaturdauer 200 Tage, sodass die Flugzeuge monatelang am Boden bleiben. Um den Druck zu verringern, hat RTX prognostiziert, dass die Wartungs-, Reparatur- und Überholungsdienste jährlich um 30 % steigen werden, räumte jedoch ein, dass dies nicht ausreichen wird, um die Nachfrage zu decken.
Laut Seker ist Turkish Airlines nicht die einzige Airline, die mit diesen Herausforderungen konfrontiert ist. Auch andere internationale Fluggesellschaften, darunter Wizz Air, sind von den ungewöhnlich langen Wartezeiten betroffen.
Er warnte, dass die Einschränkungen voraussichtlich bis Mitte 2027 anhalten könnten, wobei eine beträchtliche Anzahl von Flugzeugen in diesem Zeitraum stillgelegt bleiben wird.
Der Mangel an Ersatzteilen hat Kettenreaktionen in der gesamten Luftfahrtbranche ausgelöst. Die reduzierte Zahl verfügbarer Flugzeuge zwang die Airlines, ihre Kapazitäten zu senken, was zu höheren Tarifen führte. Branchenquellen berichten zudem von einem deutlichen Anstieg der Ersatzteilkosten, was zu härteren Verhandlungen zwischen Fluggesellschaften und Motorherstellern über Wartungsverträge geführt hat.
Ambitionierter Flottenausbau auf 813 Flugzeuge bis 2033
Trotz der aktuellen Lage setzt Turkish Airlines ihre langfristigen Expansionspläne fort. Im September kündigte die Airline die Bestellung von 225 Boeing-Flugzeugen, darunter 150 737 MAX-Modelle, an. Die Vereinbarung hängt von der finalen Motorlieferung mit CFM International ab, einem Joint Venture zwischen GE Aerospace (USA) und Safran (Frankreich).
Die Boeing-Bestellung folgt der Strategie der Airline, ihre Airbus-Flotte mit neuen Lieferungen eines anderen großen Herstellers auszugleichen und das gleichmäßige Wachstum bis zum Zieljahr 2033 auf 813 Flugzeuge sicherzustellen.
Die Turkish Airlines, eine der am schnellsten wachsenden Fluggesellschaften weltweit, verfügt derzeit über einen Flottenbestand von fast 400 Flugzeugen.

















