Die Hauptachsen, die voraussichtlich den Verlauf des organisierten Tourismus in den USA und international bestimmen werden, wurden auf der jährlichen USTOA-Konferenz und im Marketplace 2025 hervorgehoben, die im Gaylord National Resort & Convention Center in der Nähe von Washington stattfand.
An der Veranstaltung nahmen führende Reiseveranstalter, Destinationen und Zulieferer der Branche teil – in einem Umfeld, das von wirtschaftlicher Unsicherheit und geopolitischen Herausforderungen geprägt ist.
Ein Jahr nach dem Motto „Freundlichkeit“ stand das diesjährige Kongressthema unter dem Leitgedanken „Mut“. Hauptredner war der US-amerikanische Paralympics-Sportler Blake Leeper, der anhand seiner persönlichen Lebensgeschichte und der Überwindung erheblicher Schwierigkeiten seit seiner Kindheit eine Botschaft der Resilienz und Ausdauer an die Fachleute der Reisebranche richtete.
Dieses Setting wurde als besonders relevant angesehen, da die Mitglieder der USTOA in einem Umfeld agieren müssen, das von Inflation, den Zollpolitiken der Trump-Regierung und Entwicklungen im Nahen Osten sowie anderen Regionen beeinflusst wird. Dennoch zeigen die präsentierten Daten klare Zuversicht für die Zukunft: 78 % der aktiven Mitglieder geben an, „ziemlich“ bis „sehr“ optimistisch zu sein, dass die Buchungen im Jahr 2026 steigen werden. Gleichzeitig erwarten 88 % eine Zunahme des Umsatzvolumens und 84 % einen Anstieg der Passagierzahlen im selben Jahr.
Besondere Bedeutung wurde der Rolle der Travel Advisors beigemessen, die die USTOA traditionell unterstützt. Laut den präsentierten Daten planen 90 % der Mitglieder die Zusammenarbeit mit Reiseberatern, und 78 % halten deren Rolle für wichtig oder sehr wichtig für die Unternehmensstrategie 2026. Darüber hinaus erwarten 94 %, dass der Umsatz über Travel Advisors steigen oder stabil bleiben wird.
Der Ökonom Mark Blyth betonte auf dem Kongress die Bedeutung menschlicher Kontakte in Krisenzeiten und wies darauf hin, dass Reiseberater – im Gegensatz zu Künstlicher Intelligenz – in Notsituationen direkt erreichbar bleiben. In ähnlicher Weise hob USTOA-Präsident und CEO Terry Dale hervor, dass Krisen – seien sie geopolitischer oder natürlicher Art – die Rolle der Travel Advisors für Reisende noch entscheidender machen.
Ein zentraler Teil des Kongresses widmete sich Nachhaltigkeit und verantwortungsvollem Tourismus. Fast zwei Drittel der USTOA-Mitglieder (62 %) verfügen inzwischen über eine offizielle und dokumentierte Nachhaltigkeitsstrategie, ein Anstieg um sechs Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. 84 % berücksichtigen die Umwelt- und Sozialpolitik ihrer Partner bei der Auswahl neuer Kooperationen, während 57 % Nachhaltigkeitsbotschaften bereits in ihre Marketingkommunikation integrieren; weitere 18 % planen dies bis 2027 umzusetzen.
Gleichzeitig bieten 78 % der Mitglieder barrierefreie Unterkunftsmöglichkeiten, 57 % verfügen über barrierefreie Transportmittel, und 45 % passen Reiseprogramme an unterschiedliche Mobilitätsanforderungen an.
Im Rahmen der Veranstaltung wurden zudem die „Future Lights of the Tour Industry“-Awards 2025 verliehen, mit Auszeichnungen für Fachleute, die sich durch Maßnahmen zur Dekarbonisierung, Förderung ethischer Praktiken und innovative Ansätze im verantwortungsvollen Tourismus hervorgetan haben.
Bezüglich der Reiseziele für 2026 wird erwartet, dass Europa seine hohe Nachfrage beibehält, wobei Italien und Frankreich an der Spitze stehen, gefolgt von Japan, Portugal und Griechenland. In den USA bleibt Hawaii die erste Wahl, während das Interesse an Nationalparks, Alaska und Kalifornien zunimmt. Neben den etablierten Destinationen werden Länder wie Marokko, Kroatien, Kolumbien, Malta, Vietnam und Irland voraussichtlich an Dynamik gewinnen.
Die USTOA stellte außerdem ihre neue Führung für 2026 vor, mit Jeff Roy von Collette als Präsident und Pam Hoffee von Avalon Waterways als Vizepräsidentin. Außerdem wurde angekündigt, dass der Jahreskongress 2026 vom 30. November bis 4. Dezember in San Francisco stattfinden wird.


















