Ein Vorfall in Valencia zeigt erneut die Spannungen auf, die durch den Overtourismus in den lokalen Gemeinschaften entstehen.
In einer engen Gasse der Altstadt von Valencia geriet eine Gruppe niederländischer Radfahrer mit Anwohnern aneinander, die gegen die „Touristifizierung“ protestierten. Der Vorfall eskalierte zu einem heftigen verbalen Streit, bei dem die Bewohner „Tourists go home“ riefen, während die Besucher zurückschimpften.
In einem veröffentlichten Video ist eine verzweifelte Touristin zu sehen, und es kam zu Schubsern zwischen beiden Seiten. Letztlich entfernten sich die Radfahrer zu Fuß, wobei die gegenseitigen Beschimpfungen anhielten. Die lokale Gruppe „Nachbarschaft in Gefahr des Verschwindens“ übernahm die Verantwortung für die Aktion und erklärte, die Touristen hätten sich geweigert, von ihren Fahrrädern abzusteigen und den Veranstaltungsbereich zu respektieren.
In einer Stellungnahme betonten die Anwohner, dass die eigentliche Gewalt, die sie täglich erleben, nicht in einzelnen Auseinandersetzungen mit Touristen liege, sondern in der Vertreibung aus ihren Wohnungen durch touristische Ausbeutung, Zwangsräumungen, Lärmbelastung und steigende Mieten. „Touristen müssen respektieren, dass ihr Vergnügen direkte Auswirkungen auf unser Leben hat. Da dies nicht geschieht, sagen wir laut: ‚Tourists, go home‘“, heißt es dort.
Der Vorfall in Valencia reiht sich ein in eine Reihe von Protesten in ganz Spanien – von den Kanarischen Inseln und Mallorca bis Barcelona –, bei denen die lokalen Gemeinschaften Grenzen für den Massentourismus fordern. Die Demonstrationen beinhalten teils auch aktivistische Aktionen, wie Wasserpistolen-Angriffe oder Strandbesetzungen, die oft Kritik hervorrufen und Sorgen um das internationale Image des Landes wecken.

















