Mit den anfänglichen Sorgen über die Krise im Nahen Osten, die nachlassen, und trotz des Inflationsdrucks buchen britische Reisende ihre diesjährigen Sommerferien zunehmend zügig und geben den beliebten Mittelmeerzielen – darunter auch Griechenland – erneut ihr Vertrauen.
Laut führenden Vertretern des britischen Reisemarktes lässt die zuvor bestehende Zurückhaltung aufgrund der geopolitischen Lage im Nahen Osten nach und weicht einem Anstieg der Sommerbuchungen.
Griechenland im Zentrum des Interesses
Zu den „Gewinnern der diesjährigen Tourismussaison“ gehört Griechenland, das gemeinsam mit Spanien und Türkei zu den drei Top-Zielen britischer Reisender für den Sommer zählt.
Gleichzeitig verzeichnet der Markt im Vereinigtes Königreich eine steigende Nachfrage nach Kreuzfahrten und Inlandsurlauben, während der Haupttrend im Segment der Familienreisen weiterhin Auslandsreisen mit Fokus auf Preis-Leistungs-Verhältnis sind, insbesondere Strandurlaube. Zudem nehmen All-inclusive-Buchungen zu, wobei die Advantage Travel Partnership angibt, dass diese in der vergangenen Woche 37 % ihrer Verkäufe ausmachten, gegenüber 30 % im Vorjahr.
„Aufheizung“ der Familienbuchungen
Branchenvertreter führen den Anstieg jedoch auf attraktive Angebote der Reiseunternehmen zurück, wie kostenlose Kinderplätze und Sonderrabatte, die insbesondere Familien als Anreiz dienen, Buchungen vorzunehmen.
„Jüngste Ankündigungen, wie die Ausweitung der kostenlosen Kinderplätze auf alle Sommerflüge von Jet2, geben Familien, die noch nicht gebucht haben, einen schwer zu ignorierenden Grund, jetzt zu buchen“, sagte die Geschäftsführerin von InteleTravel UK and Ireland, Tricia Handley-Hughes.
Sie betonte zudem die veränderte Haltung der Briten gegenüber der Krise im Nahen Osten, die ihre Reiseentscheidungen inzwischen weniger beeinflusst als zuvor.
Ähnlich äußerte sich die Vertriebsleiterin von Hays Travel, Tanya Cooper, die erklärte, dass vor allem die Lebenshaltungskosten die Entscheidungen beeinflussten, während keine Bedenken hinsichtlich der Einführung des EU-Einreise-/Ausreisesystems bestünden. Gleichzeitig berichtete sie von einem Anstieg der Buchungen für Reisen mit sieben Übernachtungen.
Auch die geschäftsführende Direktorin der The Travel Network Group, Stephanie Slark, hob den Anstieg der Familienbuchungen hervor. „Wir haben eine deutliche Zunahme der Sommernachfrage 2026 von Familien beobachtet, vor allem aufgrund attraktiver Angebote für kostenlose Kinderunterbringung und Promotions, die zögerliche Interessenten in Kunden verwandeln.“
Last-Minute-Buchungen: Griechenland im Fokus
Der Anstieg von Last-Minute-Buchungen – also Reisen, die wenige Wochen vor Abflug gebucht werden – ist ein weiteres Merkmal des britischen Reisemarktes in der Sommersaison 2026. Reisende warten zunehmend ab und suchen nach wettbewerbsfähigen Preisen, attraktiven Angeboten und Rabatten, bevor sie buchen.
„Wir haben in der vergangenen Woche eine starke Dynamik bei Last-Minute-Verkäufen gesehen, kombiniert mit einem leichten Anstieg bei Familienbuchungen, die dank gezielter Kampagnen, Preisgarantien und kostenloser Kinderplätze einen etwas größeren Anteil am Gesamtvolumen erreichten“, sagte der Handelsdirektor der Advantage Travel Partnership, John Sullivan.
Er fügte hinzu, dass eine Hitzewelle im Heimatland die Nachfrage nicht zwingend senke – für viele sei sie sogar der Anstoß, die nächste Reise zu buchen.
Den Anstieg der Last-Minute-Buchungen bestätigten auch Vertreter von lastminute.com und berichteten von längeren Buchungsfenstern: Der Anteil der Buchungen, die 14 bis 20 Tage vor Abreise erfolgen, stieg um 6 %. Gleichzeitig gingen Buchungen, die 150 Tage oder mehr im Voraus getätigt wurden, im Vereinigtes Königreich um 12 % zurück.


















