Die kleine Insel Chalki ist ein Beispiel für nachhaltige Tourismusentwicklung. Sie empfängt jeden Sommer mehr als 150.000 Besucher und gewährleistet gleichzeitig eine hohe Lebensqualität für ihre Bewohner, Wohnraum für öffentliche Bedienstete und eine beeindruckende Verringerung ihres ökologischen Fußabdrucks.
„Chalki lebt hauptsächlich vom Tourismus“, erklärt der Inselbürgermeister Angelos Fragakis gegenüber APE-MPA und betont, dass die im Tourismus tätigen Unternehmen (Zimmervermietung, Tavernen, Strände, Geschäfte) von den Inselbewohnern selbst betrieben werden. Insgesamt verfügt die Insel über etwa 850 Betten, darunter 19 Zimmer in einem öffentlichen Gästehaus, das laut dem Bürgermeister „voll belegt“ ist.
Die Vitalität der Insel beschränkt sich nicht auf den Tourismus. Auf Chalki leben etwa 250 Einwohner und 15 Berufsfischer, die einer saisonalen Fischereitätigkeit nachgehen. Während der Tourismussaison kommen die Besucher vor allem aus Großbritannien, Frankreich und Italien. Viele von ihnen sind „Wiederholungstäter“, die jedes Jahr zurückkehren, um „das klare Wasser, die Gastfreundschaft, die Gastronomie und die Ruhe“ zu genießen, wie Herr Fragakis betont. Er fügt hinzu, dass die Insel „ideal für Familien“ ist.
Die örtliche Gemeinschaft kann damit umgehen
Eine der wichtigsten Errungenschaften der Insel ist das Gleichgewicht zwischen Tourismus und dem Alltag der Einwohner. Trotz hoher Belegungsraten gibt es keine Probleme bei der Unterbringung von Beamten. „Bislang haben wir keine Probleme mit der Unterbringung von Ärzten, Lehrern, Hafenbeamten usw. Die Gemeinde respektiert sie“, sagte der Bürgermeister und fügte hinzu: „Wir haben zwei Unterkünfte gebaut, die wir den Ärzten, die von Zeit zu Zeit auf die Insel kommen, kostenlos zur Verfügung stellen.“
In diesem Jahr konnte die Insel dank staatlicher Anreize sogar einen niedergelassenen Arzt gewinnen, der „bis zu zwei Monate bleibt und eine Krankenakte für die Patienten anlegt, was für uns sehr wichtig ist“, so der Bürgermeister.
Eco Island – ein Inselmodell der Nachhaltigkeit
Die Umwandlung von Chalki in eine „Öko-Insel” ist mehr als nur ein grünes Etikett. Im Rahmen der Initiative der griechischen Regierung zur Förderung nachhaltiger Entwicklung kleiner Inseln wird Chalki ab 2021 zum Vorbild für das gesamte Mittelmeer.
„Wir sind die erste Öko-Insel. Das ist eine Initiative der griechischen Regierung, um kleine Inseln in nachhaltige Reiseziele zu verwandeln. Es wurden viele Maßnahmen ergriffen: Elektroautos, Ladestationen, Telemedizin, ein 5G-Netz und Technologie-Workshops für Kinder“, erklärt Angelos Fragakis. Die vielleicht beeindruckendste Errungenschaft ist der 1-Megawatt-Photovoltaikpark, der über eine Energiegemeinschaft betrieben wird, an der die Gemeinde und die Einwohner gleichermaßen beteiligt sind.
Von der Krise zum Wohlstand
Der Wandel ist auch für die Einwohner selbst spürbar. Poppi Lisgou ist Inhaberin eines Ladens, der lokale und touristische Produkte verkauft. Sie ist ständige Bewohnerin der Insel und betont: „Nach der Pandemie, als der Tourismus naturgemäß zurückging, hat es uns sehr geholfen, dass wir international als erste Öko-Insel bekannt wurden. Der Tourismus hat stark zugenommen.“ Sie fügt hinzu: „Wir zahlen zum Beispiel für den Strom 40 Euro für das ganze Jahr. Dass wir Teil der Energiegemeinschaft sind, hat uns sehr geholfen. Wir haben einen ordentlichen Energie-Fußabdruck, weil wir daran geglaubt und es unterstützt haben.“
Das tägliche Leben in Chalki ist von Lebensqualität geprägt. „Wir leben vom Tourismus. Das Leben in Chalki fließt wunderbar, unser Einkommen ist in den letzten Jahren gestiegen und unsere Kinder leben gut, gehen zur Schule und haben einen schönen Alltag“, erklärt Lisgou und fügt hinzu: „Wir versuchen, verschiedene Aktivitäten zu organisieren. In der Nebensaison, vor allem im Oktober und April, könnten wir mehr Touristen haben, obwohl wir auch dann Gäste haben.“
Tourismusentwicklung ohne Belastung
Das Besondere an Chalki ist, dass es trotz der starken touristischen Nachfrage gelungen ist, seinen menschlichen und nachhaltigen Charakter zu bewahren. Die Saison ist gut besucht, die Einwohner leben gut, die öffentlichen Dienste funktionieren reibungslos und die Umwelt ist geschützt.
Der nächste Schritt für die Insel besteht darin, die Tourismussaison zu verlängern. Zu diesem Zweck strebt die Gemeinde kulturelle Veranstaltungen und Partnerschaften an. Wie der Bürgermeister anmerkt, hat Chalki auf Initiative der Tourismusministerin Olga Kefalogianni bereits ein Memorandum über die Zusammenarbeit bei der Entwicklung des Tourismus auf allen Ebenen unterzeichnet. Es geht um Infrastruktur und Nachhaltigkeit mit dem Ziel, das Konzept „Tourismus für Chalki“ im Rahmen des Destinationsmanagements zu bewerten.
Während sich die Insel mit der Installation von Glasfaserkabeln auf den nächsten Technologieschritt vorbereitet, deutet alles darauf hin, dass Chalki nicht nur ein Reiseziel mit einer guten touristischen Erfolgsbilanz ist. Es ist ein Ort, an dem Entwicklung und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen und die Einwohner aktiv an ihrer Zukunft mitwirken.


















