Trotz Inflationsdruck, stark steigender Lebenshaltungskosten und möglicher Turbulenzen im Flugverkehr infolge der Krise im Nahen Osten hält die überwältigende Mehrheit der Verbraucher an ihren Urlaubsplänen für diesen Sommer fest – mit kleinen Abstrichen, die jedoch ausreichen, um die gesamte Reiselandschaft neu zu gestalten.
Die Reiseabsicht bleibt weltweit mit 74 % stark, wobei der Anteil in Indien sogar auf 87 % steigt.
Laut dem Global Travel Confidence Index von Allianz Partners „widerstehen“ Reisen den wirtschaftlichen und geopolitischen Belastungen, gleichzeitig wird die Branche jedoch zunehmend von diesen beeinflusst.
Inlandsreisen im Fokus
Inlandsreisen sind in diesem Sommer für viele Reisende die bevorzugte Wahl: 42 % der Menschen weltweit planen Urlaub im eigenen Land. Mehr als vier von fünf Befragten (82 %) gaben an, dass sie „dringend Urlaub brauchen“, was unterstreicht, dass „Reisen als Möglichkeit gesehen werden, der weltweit herrschenden permanenten Krise zu entfliehen“, heißt es in der Studie.
Die Reisenden bevorzugen dabei Strandurlaube ebenso wie Berg- oder Landdestinationen.
Gleichzeitig steigt das Interesse an kürzeren Auszeiten in der Nähe, während sich 19 % für kurze City-Breaks entscheiden.
Besonders häufig planen Inder (60 %), Chinesen (59 %), Amerikaner (51 %), Spanier (49 %) und Franzosen (41 %) Reisen im eigenen Land. Dagegen orientieren sich Schweizer (61 %), Niederländer (55 %), Briten (42 %) und Deutsche (41 %) stärker an Auslandsreisen.
Kürzungen und Budgets
Drei von fünf Befragten (61 %) schränken nicht notwendige Ausgaben ein, während fast die Hälfte (47 %) die Dauer ihrer Reisen oder entsprechende Ausgaben reduziert, um finanziell zurechtzukommen.
Auch die erwarteten Ausgaben pro Reise unterscheiden sich deutlich zwischen den Märkten. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 1.572 Euro pro Person. Die höchsten Ausgaben verzeichnet die Schweiz mit 2.580 Euro, gefolgt von den USA (2.261 Euro) und China (2.221 Euro).
Trend zu authentischen Erlebnissen
Reisende suchen zunehmend nach authentischen Erfahrungen statt bloßer Entspannung. Mehr als die Hälfte (54 %) plant während des Urlaubs den Besuch von Konzerten, Festivals oder kulturellen Veranstaltungen, während 41 % Sportevents besuchen möchten.
Darüber hinaus buchen weltweit mehr als ein Drittel der Reisenden (36 %) Kreuzfahrten – auf Ozeanen, Flüssen oder sogar Expeditionskreuzfahrten – und verstärken damit „einen breiteren Trend hin zu erlebnisorientierten, aktivitätsreichen Reisen statt passiver Erholung“.
Sorgen, Risiken und die Rolle der Versicherung
Geopolitische Instabilität wird von 72 % der Befragten als größte Sorge genannt. 66 % fürchten um ihre persönliche Sicherheit und äußern Bedenken hinsichtlich Betrug, Kriminalität und Terrorismus.
Zudem sorgen sich viele Reisende um Flugverspätungen und -annullierungen (59 %), Erkrankungen während einer Auslandsreise (57 %), Gepäckverlust (52 %) sowie den Verlust von Reisedokumenten (50 %).
Zwei von fünf Reisenden (42 %) schließen diesen Sommer gleichzeitig mit der Reisebuchung eine Versicherung ab. Dennoch erklärt jeder Fünfte (20 %), keine Reiseversicherung abschließen zu wollen, während 13 % noch unentschlossen sind.
Reiseversicherungen gewinnen für die meisten Reisenden zunehmend an Bedeutung. Als wichtigste Gründe für den Abschluss nennen sie medizinische Hilfe und Rückführung (86 %), Sicherheit und Schutz vor unerwarteten Ereignissen oder Störungen während der Reise (85 %) sowie Rückerstattungen im Falle einer Stornierung (84 %).
42 % erwerben ihre Versicherung sogar direkt bei der Buchung der Reise.
Trotzdem geben 20 % der Reisenden an, in diesem Sommer keine Reiseversicherung abschließen zu wollen, während 13 % noch unentschlossen bleiben.
Zur Studie erklärte Anna Kofoed, Leiterin Global Strategic Partnerships bei Allianz Partners: „Was wir beobachten, ist kein Rückgang der Reisenachfrage, sondern eine klare Veränderung in der Art und Weise, wie Menschen reisen. Es handelt sich um bewusstere, aber auch widerstandsfähigere Reisende, die die gesamte Reiselandschaft neu gestalten.“
Selbst angesichts wirtschaftlichen Drucks und globaler Unsicherheit – steigender Lebenshaltungskosten, geopolitischer Risiken, höherer Treibstoffpreise und möglicher Streiks der Fluglotsen – bleiben Urlaubsreisen laut Kofoed ein unverzichtbarer Rettungsanker für Wohlbefinden und persönliche Erneuerung.
„Anstatt sich zurückzuziehen, passen sich die Verbraucher an. Sie wählen Ziele näher an ihrem Zuhause, verwalten ihre Budgets sorgfältiger und priorisieren sinnvolle, erlebnisorientierte Reisen, die die Investition rechtfertigen – denn Erinnerungen und Wohlbefinden sind unbezahlbar. Gleichzeitig führt dieses komplexere und potenziell turbulentere Reiseumfeld zu einem stärkeren Fokus auf Schutz“, ergänzte Kofoed.
Die Ergebnisse stammen aus einer von Ipsos im Auftrag von Allianz Partners durchgeführten Studie unter 11.010 Personen zwischen dem 20. März und 14. April. Befragt wurden Teilnehmer aus Großbritannien, China, Frankreich, Deutschland, Indien, Italien, den Niederlanden, Spanien, der Schweiz und den USA.



















