Booking.com veröffentlichte eine neue Studie, basierend auf Daten aus der gesamten Branche der Tourismusunterkünfte, die das wachsende Missverhältnis zwischen zukünftigen Kompetenzanforderungen und den heutigen Schulungsprioritäten zeigt. 82 % der Arbeitgeber im Bereich Tourismusunterkünfte geben an, dass digitale Kompetenzen für die Zukunft entscheidend sind. Dennoch setzen nur 16 % derzeit Priorität auf die Ausbildung ihrer Mitarbeitenden in diesem Bereich.
Etwa 5.000 Fachkräfte aus dem Bereich Tourismusunterkünfte (Arbeitgeber und Mitarbeitende) in ganz Europa nahmen an der Studie teil, ebenso fast 200 ausführliche Interviews mit Branchen- und Arbeitsmarktexperten. Dieses breite Meinungsspektrum ermöglichte ein umfassendes Verständnis der komplexen Herausforderungen, denen sich der europäische Sektor der Tourismusunterkünfte gegenübersieht.
Obwohl 59 % der Arbeitgeber angeben, dass Fachkräftelücken sie derzeit nicht betreffen, zeigt die Studie eine wachsende Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Vorbereitung. Acht von zehn Arbeitgebern gaben an, dass digitale Kompetenz in Zukunft für ihr Unternehmen entscheidend sein wird. Dennoch setzen derzeit nur 16 % diese als Priorität in der Ausbildung. Etwas mehr Gewicht wird der Nutzung von Technologie für Effizienz und Gästeservice beigemessen: 78 % halten dies für zunehmend wichtig, aber weniger als ein Drittel (29 %) hat es als zentralen Schulungsbereich integriert.
Neun von zehn sehen, dass Kompetenzen im Bereich Nachhaltigkeit und Umweltmanagement künftig an Bedeutung gewinnen werden. Dennoch geben nur 11 % heute der entsprechenden Schulung Priorität. In den Bereichen Verkauf, Marketing und Revenue Management halten 78 % der Befragten diese spezifischen Fähigkeiten für entscheidend, während derzeit nur 9 % in deren Entwicklung investieren.
Auch im Bereich der Soft Skills zeigen sich Widersprüche. Nur 12 % der Arbeitgeber sehen Kundenservice als den wichtigsten Schulungsbedarf an. Gleichzeitig betonten Branchen- und Arbeitsmarktexperten die Notwendigkeit kontinuierlicher Investitionen in Soft Skills. Kommunikation, Anpassungsfähigkeit und Teamarbeit werden konstant als Schwächen hervorgehoben. Angesichts des direkten Einflusses dieser kritischen Frontline-Fähigkeiten auf die Leistung ist es nachvollziehbar, dass Arbeitgeber den Fokus auf kurzfristige Service-Lücken legen und die „zukünftigen“ Bedürfnisse in den Hintergrund rücken.
Die Selbstwahrnehmung der Mitarbeitenden könnte ebenfalls das Dringlichkeitsgefühl mindern. Drei Viertel geben an, über starke digitale Kompetenzen zu verfügen. Ebenso positiv werden Fähigkeiten in Hotelmanagementsystemen (69 %), datenbasierten Entscheidungen (67 %), Verkauf, Marketing und Distribution (66 %) sowie im Revenue Management und Pricing (64 %) bewertet. Bei den Soft Skills wird Kundenservice als die stärkste Kompetenz eingeschätzt.
Trotzdem gaben 36 % der Mitarbeitenden an, dass der Mangel an relevanten Fähigkeiten ein Hindernis für die gewünschte berufliche Weiterentwicklung darstellt. Fast 70 % sehen Hospitality als langfristige Karriere, und 83 % streben Führungspositionen an. Das hohe Selbstvertrauen in bestehende Fähigkeiten spiegelt möglicherweise nicht das vollständige Bild wider.
Die Umsetzung einer strukturierten Kompetenzaufwertung stellt für viele Unterkunftsanbieter eine Herausforderung dar. Das European Accommodation Barometer 2025 identifizierte:
- die hohen Kosten
- die Schwierigkeit, Schulungen in bestehende betriebliche Abläufe zu integrieren als die Hauptbarrieren.
In derselben Studie gaben 42 % der teilnehmenden Unterkünfte an, dass Personalwechsel die Umsetzung von Schulungen zusätzlich erschwert.
Die Hälfte der befragten Arbeitgeber erklärte, dass sie Online-Schulungen fördern würden, sofern diese kostengünstig, hochwertig und in ihrer Sprache verfügbar sind. Im Durchschnitt wären sie bereit, 4,6 Stunden pro Woche der Arbeitszeit ihrer Mitarbeitenden dafür zu investieren. Die Mitarbeitenden zeigen sich ebenso bereit: 88 % würden wahrscheinlich an Online-Schulungen teilnehmen, wenn diese verfügbar wären, und geben an, im Durchschnitt 3 Stunden pro Woche dafür aufzuwenden.
„Unabhängige Unterkünfte sind ein unverzichtbarer Bestandteil des europäischen Tourismusekosystems, daher kann die Diskrepanz zwischen den Anforderungen der digitalen Transformation und den aktuellen Schulungsprioritäten nicht ignoriert werden“, sagte Matthias Schmid, SVP Accommodations bei Booking.com. „Booking.com engagiert sich seit langem für die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Partner, und wir sind überzeugt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für eine starke Zusammenarbeit in der gesamten Branche ist, um erschwingliche und skalierbare Lösungen zu entwickeln, die die Kompetenzlücke schließen und die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit sichern.“



















