Der Krieg im Iran hat die Nachfrage in der deutschen Reisebranche stark „eingefroren“ und zu einem drastischen Rückgang der Buchungen um 20,5 % bei Reisebüros und Reiseveranstaltern im Zeitraum vom 28. Februar bis 10. März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum geführt.
Diese Einschätzung stammt von der Backoffice-Dienstleisterin Ziel im Auftrag der deutschen Website touristik aktuell.
Die Sorge an den Schaltern ist entsprechend hoch. Ralf Phillips, Geschäftsführer des Reisebüros Phillips in Bergen, berichtet, dass es derzeit keine neuen Buchungen gibt, sondern ausschließlich Stornierungen. „Alle Kunden, die sich in der Planungsphase ihrer Reisen befanden, sagen ab oder verschieben ihre Reisepläne bis 2027“, betont er.
VUSR: „Tourismus muss Vertrauen aufbauen“
Der Deutsche Reiseverband (VUSR) unterstützt ebenfalls flexible Lösungen. „Die Tourismusbranche hätte aus der Pandemie mehr lernen sollen. Besonders in unsicheren Zeiten müssen den Menschen Angebote gemacht werden, die Vertrauen schaffen“, erklärt Verbandspräsidentin Marija Linnhoff in einer Pressemitteilung. Dazu gehören unter anderem flexible Buchungsoptionen, klare Informationen und ein effektives Krisenmanagement.
„Wir müssen die Unsicherheit beseitigen, die Menschen bei der Buchung empfinden. Genau das hat uns die Pandemie gelehrt. Sicherheit und Flexibilität sind heute wichtiger denn je“, betont Linnhoff. Kennt ein Reisender die Möglichkeit, bei Bedarf einfach neu zu buchen oder zu stornieren, fällt die Buchungsentscheidung deutlich leichter.
Starke Nachfrageprognose für Spanien und Griechenland
Alain Freeman, Inhaber des Reisebüros Earlybird in Bergerndorf, ist ebenfalls überzeugt, dass flexible Reiseoptionen verunsicherten Reisenden Sicherheit bieten können. Gleichzeitig appelliert er an seine Kunden, nicht abzuwarten, wie sich die Krise im Nahen Osten entwickelt.
„Aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage werden die Anfragen für Ziele wie Spanien und Griechenland stark ansteigen“, prognostiziert er und weist darauf hin, dass in diesem Fall auch die Preise steigen werden. Daher empfiehlt er, jetzt Sommer- und Herbsturlaub zu buchen und proaktiv die flexiblen Buchungsoptionen zu nutzen. „So können Sie entspannt warten und während der Saison kurzfristig erneut buchen oder kostenlos stornieren.“
Seit der Corona-Pandemie bieten viele Reisebüros flexible Optionen an, meist gegen Aufpreis. Nur Coral Travel hat bisher den Tarif „Flex 4 Kiss“ für Neubuchungen bis zum 31. März kostenlos inkludiert.
LMX zog nach. Das Unternehmen befreit Kunden von Stornierungs- und Umbuchungsgebühren für Neubuchungen zwischen dem 12. und 31. März für die Tickets Flex LMXF und LMIF, mit Ausnahme einer Gebühr von 25 Euro pro Person.
Ob flexible Tarife tatsächlich den Geschäftsbetrieb an den Schaltern stärken und den Reisebüros Entlastung bringen, ist derzeit ein zentrales Diskussionsthema in Deutschland – vor allem mit Blick auf die Oster- und Sommerurlaubssaison.
Viele sehen momentan keine bessere Lösung. Die Haupthoffnung der Branche bleibt daher, dass der Krieg bald endet – und dass die Nachfrage anschließend wieder anzieht.
Eines steht fest: Derzeit gibt es kaum Optionen. In der Branche bleibt vor allem die Hoffnung, dass der Krieg bald endet und die Nachfrage danach wieder ansteigt.


















