Als Warnsignal für die gesamte Luftfahrtbranche in Deutschland wird die Entscheidung von Ryanair bewertet, ihre Aktivitäten in Berlin deutlich zu reduzieren, wie die deutsche Presse berichtet.
Der Flughafenverband ADV bezeichnete die Entwicklung als „Alarmzeichen“ für den Luftverkehrsstandort des Landes und betonte, es handele sich nicht nur um eine Entscheidung mit Bezug auf Berlin, sondern um einen Hinweis auf die umfassenderen Wettbewerbsprobleme Deutschlands.
Wie der Geschäftsführer des ADV, Ralph Beisel, feststellte, verdeutlicht die deutliche Reduzierung der Flüge am Flughafen BER den Druck, unter dem die Fluggesellschaften aufgrund hoher Betriebskosten stehen. Seinen Angaben zufolge liegt das Problem nicht in erster Linie bei den Flughafengebühren, sondern in den Gesamtkosten des Betriebs, wie der Luftverkehrsteuer, den Sicherheitsgebühren und den Gebühren für die Flugsicherung.
Beispielsweise belaufen sich die Kosten eines Fluges von Berlin nach Palma auf rund 7.600 Euro, während sie von Warschau bei etwa 4.400 Euro liegen. Ebenso kostet ein Flug nach New York von einem deutschen Flughafen rund 25.300 Euro, verglichen mit etwa 13.900 Euro von anderen europäischen Drehkreuzen.
Ryanair hat angekündigt, ihre Basis in Berlin ab Ende Oktober zu schließen und die Zahl der Flüge um rund 50 % zu reduzieren, wobei die sieben Flugzeuge in andere europäische Länder mit niedrigeren Steuern verlegt werden, darunter Schweden, die Slowakei, Albanien und Italien.
Das Unternehmen führt die Entscheidung auf die gestiegenen Betriebskosten zurück und verweist darauf, dass Gebühren und Abgaben in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind, während es zugleich die allgemeine Luftfahrtpolitik Deutschlands kritisiert.



















