Die deutsche Lufthansa hat heute ihr Interesse am Erwerb eines Anteils an TAP Air Portugal bestätigt und steigt damit in das Rennen mit Air France-KLM um den Kauf eines Anteils an der staatlichen portugiesischen Fluggesellschaft ein.
In einer Mitteilung erklärte die Lufthansa, die bereits eine Reihe von Fluggesellschaften kontrolliert und gemessen am Umsatz der größte Airline-Konzern Europas ist, dass sie der staatlichen portugiesischen Holdinggesellschaft Parpública, die die TAP kontrolliert, ein Angebot unterbreitet habe. Damit positioniert sie sich als Kandidatin für den geplanten Aktienverkauf und ebnet zugleich den Weg für eine „langfristige Partnerschaft“ mit dem nationalen portugiesischen Carrier.
Die Lufthansa betonte, dass ihre Investitionsambitionen die „große strategische Bedeutung der TAP für die europäische Luftfahrtindustrie“ berücksichtigen. „Als langjähriger Partner der Star Alliance und aufgrund unserer umfangreichen Investitionen in Portugal betrachten wir den Lufthansa-Konzern weiterhin als den besten Partner für TAP und Portugal“, sagte der Vorstandsvorsitzende der deutschen Fluggesellschaft, Carsten Spohr, in einer entsprechenden Erklärung.
„Unser Ziel ist es, die internationale Konnektivität Portugals zu stärken, die portugiesische Identität der TAP zu bewahren und ein nachhaltiges Wachstum der Fluggesellschaft sicherzustellen“, fügte er hinzu.
Die konkurrierenden Gruppen Air France-KLM und IAG, die Muttergesellschaft von British Airways, haben ebenfalls Interesse am Erwerb eines Anteils an TAP bekundet. Air France-KLM gab am Mittwoch bekannt, dass sie Parpública ihr offizielles Interesse mitgeteilt habe und bestätigte damit entsprechende Medienberichte.
In den letzten Jahren haben sich diese drei Konzerne zu den dominierenden „Playern“ im europäischen Luftfahrtsektor entwickelt.
Im Juli nahm die portugiesische Regierung den lange verzögerten Privatisierungsprozess für TAP wieder auf und bot 44,9 % der Anteile zum Verkauf an; weitere 5 % sollen an die Mitarbeiter der TAP gehen.
Im September erklärte die Regierung in Lissabon, die als Priorität jeder Vereinbarung den Erhalt der Flugverbindungen zu den portugiesischsprachigen Regionen der Welt gesetzt hat, dass sie eine große internationale Fluggesellschaft suche, die dem portugiesischen Carrier mehr Reichweite und Wettbewerbsfähigkeit verleihen könne.
TAP ist eine der wenigen verbliebenen staatlichen Fluggesellschaften in Europa und gilt für große Konzerne insbesondere wegen ihrer Verbindungen nach Brasilien und in die portugiesischsprachigen Länder Afrikas als attraktiv.
Am Mittwoch teilte die portugiesische Fluggesellschaft mit, dass sie im Zeitraum Juli bis September wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt sei und solide Ergebnisse erzielt habe.


















