Optimistisch sind die Prognosen des Deutschen Reiseverbands (DRV) für das Reisejahr 2026. Er rechnet mit einem jährlichen Umsatzwachstum von 3 % im Markt für Pauschalreisen, wobei die Mittelmeerziele erneut eine „Hauptrolle“ spielen. Gleichzeitig bleiben Frühbuchungen auch in diesem Tourismusjahr ein entscheidender Faktor.
Das bedeutet, dass die prognostizierten Ausgaben für Reiseleistungen, die vor Beginn des Urlaubs gebucht werden, im vollständigen Tourismusjahr 2024/25 (1. November 2024 bis 31. Oktober 2025) voraussichtlich 85 Milliarden Euro erreichen werden. Darin enthalten sind sowohl Pauschalreisen über Reiseveranstalter als auch individuell und eigenständig organisierte Urlaube.
Die Reiselust der Deutschen bleibt auch 2026 hoch. Der DRV erwartet Umsatzsteigerungen sowohl für die Wintersaison als auch für den Sommer. Kreuzfahrten, Fernreisen sowie klassische Badeziele im östlichen Mittelmeer stehen weiterhin im Fokus der deutschen Urlauber, wie der Präsident des Deutschen Reiseverbands, Albin Loidl, versichert.
Der DRV geht davon aus, dass die deutschen Verbraucher in diesem Jahr rund 86 Milliarden Euro für Urlaubs- und Privatreisen ausgeben werden – ein Anstieg gegenüber den 85 Milliarden Euro im Jahr 2025. Damit wächst das Umsatzvolumen im Markt für Urlaubs- und Freizeitreisen mit mindestens einer Übernachtung im neuen Tourismusjahr um 3 %.
„Reisen bleiben auch in diesem Jahr für viele Menschen ein Grundbedürfnis. Selbst wenn viele Kunden ihre Urlaubsplanung stärker unter Kostengesichtspunkten vornehmen, wird die Mehrheit der Deutschen auch 2026 die gewünschten Reisen antreten“, erklärt DRV-Präsident Loidl überzeugt mit Blick auf die anhaltende Nachfrage. Trotz der insgesamt positiven Aussichten auf eine stabile Reiselust und steigende Umsätze – was angesichts der aktuellen Lage der deutschen Wirtschaft keineswegs selbstverständlich ist – entwickelt sich die Zahl der Reisenden jedoch nicht im gleichen Maße. Sie bleibt leicht unter dem Vor-Pandemie-Niveau. Experten erwarten, dass sie mit rund 138 Millionen weiterhin geringfügig unter dem Vorjahreswert liegen wird.
Globale geopolitische Entwicklungen, das schwierige wirtschaftliche Umfeld im Inland mit Sorgen um Arbeitsplatzverluste sowie die Preisentwicklung scheinen die Reiseentscheidungen zu beeinflussen. Vor diesem Hintergrund appelliert Herr Loidl an die politische Führung des Landes, an Behörden und Akteure in den Zielgebieten sowie an die Reisebranche, dafür zu sorgen, dass Reisen auch künftig bezahlbar bleiben.
Steigende Nachfrage nach Kreuzfahrten in der Wintersaison
Für die laufende Wintersaison (1. November 2025 bis 30. April 2026) erwartet der DRV einen Gesamtanstieg der Reiseausgaben um 2 % auf 28 Milliarden Euro für individuelle und organisierte Reisen. Kreuzfahrten verzeichnen eine hohe Nachfrage, mit einem prognostizierten Umsatzplus von 6 %, während die Zahl der Reisenden um 3 % steigen soll. Ebenfalls gefragt sind Flugreisen auf der Lang- und Mittelstrecke in östliche Richtungen, mit Zuwächsen von 3 % bzw. 4 %.
Gleichzeitig wird für diesen Winter ein leichter Rückgang der Reisendenzahl um 2 % gegenüber dem Vorjahr auf etwas mehr als 44 Millionen erwartet, insbesondere bei Reisen mit dem Auto, der Bahn oder dem Bus.
Stabile Nachfrage nach Flugpauschalreisen im Sommer
Für die Sommersaison prognostiziert der DRV einen Umsatzanstieg von 3 % im Vergleich zum vergangenen Sommer. Den Erwartungen zufolge werden deutsche Verbraucher rund 58 Milliarden Euro für ihre Reisen ausgeben. Die Zahl der Reisenden im Sommer (von Anfang Mai bis Ende Oktober) im gesamten Reisemarkt soll mit 93 Millionen stabil bleiben. In einzelnen Segmenten rechnet der DRV jedoch mit einer Zunahme der Flugreisen zu Mittelstreckenzielen sowie einer steigenden Nachfrage nach Kreuzfahrten. Demgegenüber werden Rückgänge bei Autoreisen in nahegelegene Ziele sowie bei Bahn- und Busreisen erwartet. Die Nachfrage nach Fernreisen wird als stabil eingeschätzt. Dabei handelt es sich um erste Trends, belastbare Schlussfolgerungen sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich.
Starke Frühbuchungen auch 2026
Noch früher als im Vorjahr buchen die Deutschen ihre Urlaube für die kommenden Monate, insbesondere für den Sommer. Ein Blick auf den Pauschalreisemarkt kurz vor Ende des vergangenen Jahres zeigt, dass sich die Buchungen vor allem auf Länder im östlichen Mittelmeer konzentrieren, mit einem Umsatzanstieg von 22 %.
Die Türkei bleibt auf Basis der Frühbuchungen das wichtigste Sommerreiseziel und vereint rund ein Viertel aller bislang getätigten Buchungen für den kommenden Sommer auf sich. Auch Ägypten, Italien, das spanische Festland und Tunesien verzeichnen laut aktuellen Auswertungen von Travel Data + Analytics (TDA) eine besonders hohe Nachfrage im Frühbuchungssegment.

















