Eine Reihe drastischer Maßnahmen zur Bekämpfung des Overtourismus und seiner Auswirkungen, insbesondere des Wohnungsmangels im Alltag der festen Einwohner Palmas auf Mallorca, hat der Bürgermeister der Stadt, Jaime Martínez, angekündigt.
Das Maßnahmenpaket umfasst ein generelles Verbot von Kurzzeitunterkünften, die Aussetzung neuer Genehmigungen für Hostels und die Abschaffung der sogenannten „Party-Boote“.
„Stopp“ für jede Form von Kurzzeitvermietung
Zu den Maßnahmen, die so schnell wie möglich in der gesamten Stadt mit rückwirkender Gültigkeit von drei Monaten umgesetzt werden sollen, gehört das vollständige Verbot von Ferienvermietungen in Palma „in jeglicher Form“. Bisher galt das Verbot nur für Mehrfamilienhäuser, nun wird es auf Einfamilienhäuser und einzelne Zimmer ausgeweitet, die über Plattformen wie Airbnb angeboten werden.

„In der Stadt gibt es nur 639 legale touristische Mietlizenzen. Diese sind gültig und bleiben bestehen, aber im Falle eines Widerrufs werden keine neuen Lizenzen ausgestellt“, warnte Herr Martínez. Ziel ist es, dass die Maßnahme in der nächsten Sitzung des Stadtrats genehmigt wird – sehr bald – und mit rückwirkender Wirkung in Kraft tritt, um die Genehmigung neuer Ferienwohnungen in der Zwischenzeit zu verhindern.
Dieser Prozess soll sowohl den Immobilienbesitzern als auch den Behörden Planungssicherheit bieten.
Stopp für neue Hostels und „Party-Boote“
Das Maßnahmenpaket der Stadt Palma sieht das Verbot der Errichtung und des Betriebs neuer Hostels in der gesamten Stadt vor. Bestehende Hostels sollen nach Möglichkeit in Hotels oder Wohnungen umgewandelt werden, um so das große Wohnungsproblem für die ständigen Einwohner der Hauptstadt Mallorcas zu lösen.
Zudem werden ab der nächsten Saison Partys auf Booten entlang des Paseo Marítimo abgeschafft, die bei den Anwohnern für Beschwerden und Lärmbelästigung sorgen.
Für die Umsetzung der Maßnahme arbeitet der Stadtrat von Palma mit der Hafenbehörde der Balearen (APB) zusammen.
Gemischte Reaktionen
Die Maßnahmen stoßen in Palma auf gemischte Reaktionen, auch wenn es noch zu früh ist, um ein endgültiges Urteil zu fällen. Einerseits werden sie von der lokalen Bevölkerung unterstützt, die Maßnahmen werden von Bürgern und Vereinen als notwendig für den Schutz der Lebensqualität der Stadt begrüßt. Andererseits warnen Tourismusanbieter vor möglichen wirtschaftlichen Verlusten.
Laut Bürgermeister Martínez besteht das Hauptziel dieser radikalen Maßnahmen darin, die Zahl der Wohnungen für langfristige Vermietung zu erhöhen. Er betonte, dass „die Stadt ein attraktives Reiseziel bleiben muss – allerdings mit einem nachhaltigeren Tourismus, der den Bedürfnissen der Einwohner entspricht“.
Fest steht, dass diese Maßnahmen eine Grundlage für die Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen touristischer Aktivität und den Bedürfnissen der ständigen Einwohner Palmas bilden.
Reduzierung der Saisonalität und Hotels bis 3 Sterne
Während seiner Rede ging Herr Martínez auch auf eine Reihe von Vorschlägen ein, die vor etwas mehr als einem Jahr bei der Runde zum sozialen und politischen Pakt für wirtschaftliche, soziale und ökologische Nachhaltigkeit der Balearen vorgestellt wurden, sowie auf verschiedene kommunale Maßnahmenlinien, die seitdem beschrieben wurden, und einige Daten, die die Wirksamkeit der bisher umgesetzten Politiken belegen.
In diesem Zusammenhang betonte er vor allem die Reduzierung der Touristensaisonalität in Palma, die in den letzten zwei Jahren um 2,01 % und im Vergleich zu 2018, einem Rekordjahr vor der Pandemie, um 4,57 % gesunken ist. Dieser Trend geht auch mit einer Steigerung der touristischen Ausgaben um etwa 15 % einher, was laut dem Bürgermeister „eine Veränderung in der Qualitätstendenz zeigt“.
Martínez Llabrés verwies zudem auf die Daten zur Beherbergung in Palma, die eine deutliche Verbesserung der Hotelqualität widerspiegeln, mit einem signifikanten Rückgang des Angebots an Ein- bis Drei-Sterne-Hotels zugunsten höherwertiger Hotels.
„Wir beobachten eine Veränderung in der Qualität – im Angebot und im Profil der Besucher – und eine Reduzierung der Saisonalität, Ergebnis unseres Engagements für Qualität, des sich wandelnden Touristenprofils, der geleisteten Arbeit und aller Aspekte, an denen das Palma-365-Institut arbeitet“, erklärte er.


















