Auch in diesem Sommer zeigten die Griechen ihre Vorliebe für die Inseln, passten sich jedoch den hohen Kosten für Unterkunft und Transport an und setzten andere Prioritäten. So bevorzugten sie laut Angaben der Ticketbuchungsplattform Ferryscanner in den Ferien von Juni bis August insbesondere näher gelegene und günstigere Inseln, kürzere Reisen und Last-Minute-Buchungen.
An der Spitze der Beliebtheitsskala standen Tinos, Paros, Mykonos, Ägina und Naxos. Im Vergleich zu 2024 gab es eine große Veränderung: Ägina verdrängte Syros aus den Top 5 und verzeichnete einen Anstieg von 12,65 %. Eine ähnliche Entwicklung zeigten auch andere nahegelegene und preiswerte Reiseziele im Saronischen Golf und auf den Kykladen: Agistri verzeichnete einen spektakulären Anstieg von 13,46 %, Kythnos legte um 5,5 % zu und Kea um 2,05 %. Auch Mykonos verzeichnete mit 5,82 % ein stetiges Wachstum.
Im Gegensatz dazu verzeichneten die eher „premium” und traditionell teuren Reiseziele einen Rückgang. Santorini verzeichnete einen Rückgang von 5,33 %, wobei die jüngsten seismischen Aktivitäten als abschreckender Faktor angesehen werden könnten. Chania verzeichnete sogar einen Rückgang von 26,54 %. Diese Verschiebung scheint mit einer Zunahme der Reisen nach Heraklion einherzugehen. Heraklion verzeichnete einen geringen, aber positiven Anstieg, was eine Verlagerung des Interesses innerhalb Kretas bestätigt.
Das sich abzeichnende Bild lässt vermuten, dass nahegelegene und günstigere Reiseziele gegenüber teureren und weiter entfernten Zielen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Der Grund dafür ist, dass Reisende nach mehr Flexibilität und einem besseren Gleichgewicht zwischen Erlebnis und Kosten suchen.
Erwähnenswert ist auch, dass die Dauer der Urlaube weiter abnimmt. So entschied sich in diesem Jahr fast jeder zweite Reisende (49,2 %) für einen Kurzurlaub von nur ein bis drei Tagen, während Reisen von vier bis sechs Tagen auf 35,6 % und Mehrtagesreisen von sieben oder mehr Tagen auf nur 15,2 % zurückgingen. Griechische Reisende scheinen kürzere, aber häufigere Reisen zu bevorzugen, was den Trend zu „Kurzurlauben” bestätigt, der in den letzten Jahren immer stärker geworden ist.
Noch beeindruckender ist die Entwicklung bei den Last-Minute-Buchungen. Fast sechs von zehn Griechen (59,3 %) haben ihre Reise in der letzten Woche vor der Abreise gebucht. Das ist ein Anstieg gegenüber 2024 (56,9 %). Weitere 12,2 % buchten innerhalb der letzten zwei Wochen und 15,2 % innerhalb eines Monats vor Reiseantritt. Insgesamt wurden somit fast 87 % der Buchungen innerhalb eines Monats vor der Abreise getätigt, während nur 13,3 % der Buchungen mehr als einen Monat im Voraus organisiert wurden.
Diese Daten zeigen, dass sich die große Mehrheit der Reisenden in letzter Minute entscheidet, wobei dieser Trend von Jahr zu Jahr zunimmt. Das Bedürfnis nach Flexibilität, die Suche nach besseren Preisen und die allgemeine Unsicherheit angesichts hoher Preise veranlassen die Griechen, ihre endgültige Entscheidung möglichst kurz vor dem Abreisedatum zu treffen.



















