Die organisierten Strände Mallorcas erinnern derzeit kaum an die sommerliche Hochsaison. Leere Liegestühle und verwaiste Strandbars deuten darauf hin, dass vor allem hohe Preise, aber auch negative Botschaften gegen den Tourismus Urlauber abschrecken.
Der Verband für vorübergehende Dienstleistungen und Unternehmen im maritimen und terrestrischen öffentlichen Sektor Mallorcas (ADOPUMA) zieht bislang eine negative Bilanz der Tourismussaison. Er warnt vor einem Umsatzrückgang von 20 % im Juli im Vergleich zum gleichen Monat des Jahres 2024. Bereits der Mai sei wegen starker Regenfälle, die die Nutzung der Stranddienstleistungen beeinträchtigten, „ungünstig“ verlaufen. Eine Erholung habe seither nicht eingesetzt.
Laut Onofre Fornés, dem Präsidenten von ADOPUMA, verläuft die Saison von Beginn an negativ. „Geringere Einnahmen, höhere Betriebskosten und eine schwache Nachfrage nach grundlegenden Dienstleistungen wie Liegestühlen und Sonnenschirmen haben den Umsatz beispielsweise in Gebieten wie Playa de Muro und Can Picafort beeinträchtigt“, erklärte er.
Er betonte, dass Strandtouristen, die regelmäßig Strandbars besuchen und vor allem Liegestühle und Sonnenschirme mieten, in der Regel Durchschnittsverbraucher seien. Der deutliche Anstieg der Hotel- und Flugpreise habe ihre Möglichkeiten, zusätzliche Dienstleistungen zu kaufen, eingeschränkt. Verschärft werde dies durch negative Botschaften gegen den Tourismus, die seiner Ansicht nach das Image des Reiseziels schädigen und direkt die Einnahmen der Branche mindern.
Nach Angaben von ADOPUMA lagen die Auslastungsraten der Küstenunterkünfte im Juli unter den Erwartungen, ebenso die Umsätze in den Restaurants. Steigende Personal- und Warenkosten belasteten zusätzlich die Rentabilität der Unternehmen. Auch Anfang August blieb die Auslastung unter dem optimalen Niveau. Das gleiche Bild zeigt sich bei maritimen Aktivitäten, insbesondere auf wichtigen Märkten wie Deutschland, wo die Ausgaben der Touristen deutlich zurückgehen.
Geringe Nachfrage nach Wassersportaktivitäten
Anbieter in Regionen wie Cala Millor berichten, dass viele Urlauber ihre Buchungen erst am letzten Urlaubstag vornehmen. Dies wertet der Verband als klare Ausgabenzurückhaltung im Vergleich zu früher. Laut Fornés steht dies im Widerspruch zum allgemeinen Bild einer erfolgreichen Tourismussaison.
„Auch wenn die Auslastung der Hotels hoch sein mag, ist die Nachfrage nach Zusatzleistungen rückläufig. Das hat erhebliche Auswirkungen auf einen Wirtschaftssektor, der jährlich Tausende direkte Arbeitsplätze schafft“, so Fornés.
ADOPUMA forderte die Behörden auf, den Anstieg der Tourismuspreise zu bremsen, der Tourismusphobie entgegenzuwirken und die Kaufkraft der traditionellen Urlauber zu sichern – um so die Nachhaltigkeit des Sektors und die Qualität des Reiseziels zu gewährleisten.


















