Donnerstag, Juni 4, 2026
StartTOURISMUSNorwegen befürwortet Tourismussteuer | 3% Aufschlag auf Übernachtungen

Norwegen befürwortet Tourismussteuer | 3% Aufschlag auf Übernachtungen

Da die Tourismuszahlen in Norwegen Rekordhöhen erreichen, unternimmt die norwegische Regierung einen wichtigen Schritt zur Entlastung der lokalen Gemeinden und der empfindlichen natürlichen Umwelt, indem sie eine Steuer von 3 % auf Übernachtungen vorschlägt.

Die neue Steuer, die dem norwegischen Parlament zur Abstimmung vorgelegt wurde, soll auf Übernachtungen in Hotels, auf Campingplätzen und in Kurzzeitvermietungen erhoben werden und dazu beitragen, den Zustrom von Besuchern in die Gemeinden besser zu steuern.

Wenn das Gesetz verabschiedet wird, könnte es bereits diesen Sommer in Kraft treten. Im Gegensatz zu allgemeinen Tourismussteuern in anderen Teilen Europas wäre das norwegische Modell freiwillig und würde auf kommunaler Ebene angewendet.


Ziel ist es, Destinationen mit hohem Besucheraufkommen wie die Lofoten und malerische Fjordstädte wie Göranger mit den notwendigen Mitteln auszustatten, um die lokale Infrastruktur und Dienstleistungen zu stärken, die für den wachsenden Zustrom von Touristen erforderlich sind.

„Wir wissen, dass es nicht notwendig ist, die neue Steuer in jeder Gemeinde einzuführen, aber in Gegenden mit hohem Touristenaufkommen geht es darum, Vertrauen zwischen der lokalen Bevölkerung und den Besuchern aufzubauen“, sagte die norwegische Ministerin für Handel und Industrie, Cecilie Myrseth, in einem Interview mit dem norwegischen Rundfunk NRK.

Die Finanzmittel, die eingenommen werden, sind für den Bereich der öffentlichen Dienstleistungen und Infrastrukturen gedacht

Der Vorschlag sieht vor, dass die aus der Steuer eingenommenen Mittel für „Gemeingüter“, d. h. tourismusbezogene Dienstleistungen und Einrichtungen wie öffentliche Toiletten, Abfallentsorgung, Instandhaltung von Wanderwegen und Informationstafeln, verwendet werden.

Die vorgeschlagene Steuer ist eine Reaktion auf den Anstieg des Tourismus im Land. Im Jahr 2024 verzeichnete Norwegen mehr als 38 Millionen Übernachtungen und stellte damit einen neuen nationalen Rekord auf.

Die Idee, in Norwegen eine Touristensteuer einzuführen, liegt seit Jahren auf dem Tisch, vor allem in Bezug auf abgelegene Gebiete mit geringer Bevölkerungszahl, die saisonal starke Besucherströme verzeichnen.

Dieser jüngste Schritt ist Teil der zunehmenden Bemühungen, ein Gleichgewicht zwischen den Anforderungen des Tourismus und der langen norwegischen Tradition des „right to roam“ zu finden, das den freien Zugang zu den majestätischen Naturlandschaften des Landes garantiert.

Der ursprüngliche Satz von 5 % wurde nach einer einmonatigen öffentlichen Konsultation, in der die Regierung dafür kritisiert wurde, dass er zu hoch sei, schließlich auf 3 % gesenkt.

Ein Hotelaufenthalt für 1.500 norwegische Kronen (etwa 140 Dollar) würde beispielsweise 45 Kronen oder etwa 4,10 Dollar mehr kosten, wobei die zuständige Ministerin, Frau Myrseth, schnell darauf hinwies, dass die zusätzlichen Kosten weniger als die Kosten für einen Kaffee betragen.

Ein weltweiter Trend

Norwegens neuer Vorschlag entspricht einem weltweiten Trend, da immer mehr Reiseziele in Europa und darüber hinaus Tourismussteuern einführen, um die ökologischen und sozialen Belastungen durch steigende Besucherzahlen auszugleichen.

Was einst als Nischenlösung galt, ist heute weit verbreitet: Länder wie Frankreich, Italien und Spanien haben schon vor langer Zeit lokale Touristensteuern eingeführt. In der nordischen Region hat Island vor kurzem eine Übernachtungssteuer wieder eingeführt, nachdem es während der Pandemie eine Pause eingelegt hatte.

Mittlerweile sind Hotel- und Beherbergungssteuern in vielen US-Städten auch gängige Praxis.

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