Samstag, Juni 6, 2026
StartFIRMENStrenge Kontrollen durch die griechische Steuerbehörde in Hotels, Tavernen und an Stränden

Strenge Kontrollen durch die griechische Steuerbehörde in Hotels, Tavernen und an Stränden

Die diesjährigen umfassenden Kontrollen der griechischen Steuerbehörde AADE in den beliebten Reisezielen des Landes sind in vollem Gange. Sie zielen auf die Bekämpfung der Steuerhinterziehung und den Schutz des öffentlichen Raums ab.

Wie die APE-MPA berichtet, deckt das Prüfraster Tausende von Saisonbetrieben ab. Dazu zählen Hotels, Zimmer, Tavernen, Strandbars und Strandkonzessionen. Somit findet während der gesamten Tourismussaison eine strenge Überwachung statt.

Bereits in den ersten Wochen der Sommersaison haben die Kontrollen begonnen. Dabei besuchen Teams der griechischen Steuerbehörde organisierte Inseln, Festlandziele und Küstengebiete. Sie setzen dabei moderne Mittel ein: Dazu gehören Tablets, tragbare Scanner und der direkte Zugang zu den Steuerprofilen der Unternehmen über das MyData-System. Gegenkontrollen werden in Echtzeit durchgeführt und Unternehmen, die Ungereimtheiten oder Anzeichen von Einkommensverschleierung aufweisen, genauer überprüft.


Zum ersten Mal wird die Maßnahme der Steuervorbescheide auch für Unternehmen eingeführt, die in der Vergangenheit rückfällig geworden sind oder als besonders risikoreich gelten. Mit dem AADE werden Bestimmungen der neuen Steuerverfahrensordnung aktiviert, die bei begründetem Verdacht auf Steuerhinterziehung die Erhebung von Steuervorauszahlungen noch vor Einreichung der Steuererklärung ermöglichen. So können Unternehmen, die dazu neigen, nach der Tourismussaison „verschwinden“, ohne Steuern und Mehrwertsteuer zu zahlen, rechtzeitig entdeckt werden.

Ein Unternehmen kann zweimal kontrolliert werden: Zunächst führt ein gemischtes Team eine allgemeine Kontrolle durch. Anschließend stützt sich ein zweites Team des Finanzministeriums oder einer anderen Region auf die bereits erfassten Daten. Bei jedem Besuch werden alle Transaktionen aufgezeichnet, sodass sie direkt mit den Steuerdaten verglichen werden können.

Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf der Kontrolle von Unternehmen, die an Stränden tätig sind. Die Überwachung erstreckt sich sowohl auf rechtliche Fragen, wie beispielsweise Konzessionen, Lizenzen und Natura-Gebiete, als auch auf praktische Fragen wie das unerlaubte Aufstellen von Sonnenschirmen, Bars oder anderen Strukturen. Das Konzessionsverfahren wird jetzt ausschließlich über die Plattform auctions.gsis.gr abgewickelt. Auf dieser Plattform sind bereits 6.500 Verträge aktiv und es werden mehr als 1.200 neue Konzessionen versteigert.

Allein in den Monaten Mai und Juni gingen beim Finanzministerium mehr als 3.000 Beschwerden über Rechtsverstöße und Willkür an Stränden ein. Davon gingen 2.667 im Juni und rund 300 im Mai ein. Mehr als die Hälfte davon wurde bereits überprüft, wobei Geldstrafen von bis zu 60.000 Euro oder mehr verhängt wurden.

Die geografische Verteilung der Verstöße zeigt, dass Ost-Attika mit 396 Beschwerden, Chalkidiki mit 189, Magnesia mit 189, Rhodos mit 164 und Preveza mit 133 die Spitzenplätze einnehmen. Die Verstöße betreffen vor allem nicht genehmigte Bauten und die Behinderung des freien Zugangs zum Meer.

Zuwiderhandelnde müssen mit strengen Verwaltungsmaßnahmen rechnen: Diese umfassen Bußgelder bis zu 60.000 Euro, sofortige Räumungsmaßnahmen, die Schließung von Betrieben, die Versiegelung von Kassen sowie den Ausschluss von künftigen Strandkonzessionsverfahren für bis zu zehn Jahre. Bei vertragswidrigen oder konzessionslosen Verstößen beträgt das Bußgeld das Vierfache der gesetzlichen Gegenleistung. Im Wiederholungsfall werden die Strafen erhöht.

Die Kontrollen werden bereits von gemischten Teams durchgeführt. In Gebieten wie Mykonos, Paros, Chalkidiki, Kreta und Rhodos werden nun jedoch auch Drohnen zur Luftüberwachung eingesetzt. Die Aufnahmen werden in die Anwendung „MyCoast” integriert, die sowohl für die Bürger als auch für die Kontrollbehörden ein wertvolles Instrument darstellt. Durch den Einsatz von Satellitenbildern und digitalen Karten werden die Kontrollen auch auf die entlegensten Strände ausgedehnt.

Das Finanzministerium erklärt, dass es nun über die notwendigen institutionellen und technischen Mittel verfügt, um die Legalität zu gewährleisten, den öffentlichen Raum zu schützen und alle Unternehmen gleich zu behandeln. Im August werden die Kontrollen von Restaurants, Unterkünften und Strandkonzessionen intensiviert, um das Bild der Promiskuität, das die vergangenen Sommer geprägt hat, zu beseitigen.

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