– Zunahme der Besucherzahlen in Griechenland, Italien und Spanien außerhalb der Hochsaison. Es gibt Sorgen wegen extremer Wetterereignisse.
Der Mittelmeerraum erlebt derzeit ein seltsames Phänomen: Obwohl es immer mehr extreme Wetterereignisse gibt, geht die Nachfrage nach Urlaubsreisen nicht nur nicht zurück, sondern erstreckt sich sogar über die Sommermonate hinaus. Dies geht aus dem aktuellen Bericht von Capital Economics mit dem Titel „The changing face of the global tourism market” hervor. In dem Bericht werden die neuen globalen Tourismustrends und ihre Auswirkungen auf Griechenland und die Nachbarländer analysiert.
Südeuropa verlängert die Tourismussaison
Laut Capital Economics:
Die Nachfrage nach Reisen in Länder wie Griechenland, Italien, Zypern und Spanien steigt schneller als in Nordeuropa.
Dabei ist nicht die absolute Zahl der Ankünfte entscheidend, sondern die Verlagerung der Nachfrage auf die Monate März, April, September, Oktober und sogar November.
Reisende suchen milde Temperaturen, weniger Andrang und niedrigere Preise und meiden die „Hochsaison“ im Juli und August.
Das zweischneidige Schwert des Klimawandels
Capital Economics warnt jedoch:
Eine Verlängerung der Saison ist zwar für den Süden von Vorteil, gleichzeitig steigt jedoch das Risiko einer negativen Wende im Falle schwerer Hitzewellen oder Brände.
In Extremfällen besteht die Möglichkeit, dass Reisende Reiseziele im Norden (Skandinavien, Baltikum, Schottland) wählen, um dieses Risiko zu vermeiden.
Laut dem Bericht von Capital Economics stiegen die Übernachtungen in den nördlichen Ländern (Österreich, Belgien, Frankreich, Deutschland usw.) vor der Pandemie in ähnlichem Tempo wie in den südlichen Ländern (Kroatien, Zypern, Griechenland, Portugal usw.). Nach der Pandemie verzeichnet jedoch der Mittelmeerraum viel höhere Raten. Capital Economics sieht daher keine Veränderung bei den von Touristen gewählten Reisezielen, sondern eine Veränderung beim Zeitpunkt der Urlaubsreisen. Laut den Daten ist der Anstieg der Übernachtungen in der Nebensaison in der Eurozone viel höher.
Für die diesjährige Saison stellt Capital Economics eine gewisse Verlangsamung des Tourismuswachstums in Europa fest. Diese Entwicklung könnte sich negativ auf die Volkswirtschaften Spaniens, Portugals und Griechenlands auswirken, stellt jedoch keine ernsthafte Bedrohung dar.
Warum Griechenland weiterhin attraktiv ist
Laut dem Bericht ist Griechenland aus drei Hauptgründen weiterhin attraktiv:
– Moderne Hotelinfrastruktur, insbesondere auf den Inseln und an den beliebten Festlanddestinationen.
– Es ist ein preiswertes Reiseziel, insbesondere außerhalb der Hochsaison.
– Sicherheit, natürliche Schönheit und gute Erreichbarkeit machen es zu einer beliebten Wahl für Wiederholungsurlauber.
Dieser Trend wird auch von der Europäischen Tourismuskommission (ETC) bestätigt.
– Anstieg der Ankünfte in Europa um 3,3 % im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr.
– Es gibt eine starke Nachfrage nach Urlaub in der Nebensaison, insbesondere von Haushalten ohne Kinder oder mit Telearbeit.
– Der sogenannte „Shift of Peak” stärkt neue Regionen und belohnt diejenigen, die in ein „ausgereiftes” Tourismusmanagement investieren.
Laut Marktbeobachtern hat der griechische Tourismus die Chance, sich als Ganzjahresreiseziel zu etablieren, sofern er in folgende Bereiche investiert:
– Öffentliche Infrastruktur und Sicherheit
– Kontrollierte Tragfähigkeit

















