Sonntag, Juni 7, 2026
StartLUFTFAHRTTUI Airways: Mehr Flugkapazitäten und Start neuer Winterrouten

TUI Airways: Mehr Flugkapazitäten und Start neuer Winterrouten

TUI Airways plant, ihren Marktanteil bei Flugkapazitäten zu erhöhen, das Winterflugprogramm auszuweiten und die Präsenz im VFR-Segment zu stärken – ein bedeutender Umbau ihrer Betriebsstrategie.

Der CEO der Fluggesellschaft, Marco Ciomperlik, erklärte, dass TUI plane, die britische Airline an die europäische Flotte anzupassen und ihre Abhängigkeit von internen Pauschalreiseverkäufen zu verringern.

Auf dem Airlines-2025-Kongress sagte er: „In der EU haben wir nur einen relativ hohen Anteil an reinen Flugkapazitäten, während Großbritannien stärker über Reisebüros eingebunden ist.“

Ciomperlik bezeichnete TUI Airways als einen Sonderfall: Rund 90 % der Kapazität in Großbritannien entfallen auf Tour-Operator-Aktivitäten. Zum Vergleich: In den Benelux-Ländern liegt dieser Anteil nur bei 30–60 %.

Er enthüllte, dass die Expansion von TUI außerhalb des Pauschalreisensegments durch Lieferverzögerungen bei Boeing gebremst wurde. „2025 hatten wir große Schwierigkeiten, weil keine Flugzeuglieferungen erfolgten. Ab diesem Winter werden wir bis zu 20 Maschinen von Boeing erhalten. Diese ersetzen die alten Boeing 737 und erhöhen unser Volumen. Nächsten Sommer werden wir sechs bis sieben zusätzliche Flugzeuge in Großbritannien haben“, so Ciomperlik.


Ein TUI-Sprecher stellte später klar, dass die sechs zusätzlichen Maschinen die Flüge Dritter ersetzen werden. „Das bedeutet, dass die Gesamtflotte von TUI UK im nächsten Sommer im Wesentlichen stabil bleibt.“

Die Änderungen in der Betriebsstruktur von TUI Airways sollen schrittweise bis 2027 umgesetzt werden. Laut Ciomperlik wird sich der Charakter der britischen Airline nicht ändern, wohl aber könnten die Winterflugpläne um 10 % ausgebaut und auf weitere Märkte ausgeweitet werden.

„Wir haben beispielsweise erhebliches Potenzial bei der ,Reverse Demand‘, das bisher kaum genutzt wird“, erläuterte er und nannte Flüge zu Zielen wie den Kanarischen Inseln, die bei ausländischen Bürgern stark nachgefragt werden.

Auch der VFR-Markt (Visits to Friends and Relatives) biete Chancen, und neue Winterflugstrecken würden die Auslastung der Flotte erhöhen.

Ciomperlik stellte klar, dass TUI Airways nicht versuchen werde, ein Low-Cost-Carrier-Modell zu übernehmen. „Es geht nicht um eine Änderung des Charakters der Airline, sondern darum, gezielte Nischenmärkte zu erschließen, die das Markenangebot ergänzen“, betonte er.

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