Sonntag, Juni 7, 2026
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WTM 2025: Nachhaltigkeit, Investitionen und Wachstum im Fokus am ersten Messetag

Nachhaltigkeit, Investitionen im Tourismus und die Stärkung des chinesischen Marktes standen am ersten Tag der World Travel Market London im Mittelpunkt. Während des 19. Ministers’ Summit lag der Schwerpunkt auf Investitionen und Aus- und Weiterbildung.

Die Teilnehmenden hörten Beispiele dafür, wie Öffentlich-Private-Partnerschaften als wirksame Mechanismen zur Stärkung des Tourismus funktionieren können. Minister aus den Philippinen, Kenia und Ecuador erläuterten, wie sie steuerliche Anreize nutzen, um Investitionen anzuziehen.

Die Ausbildung der neuen Generation im Hinblick auf Karrieremöglichkeiten im Tourismus wurde als entscheidender Faktor für den zukünftigen Erfolg der Branche hervorgehoben.

Vertreter aus Griechenland, Portugal und Frankreich stellten unterschiedliche Ansätze in der Ausbildung vor, waren sich jedoch einig über die Notwendigkeit eines Fachkräftepotenzials mit speziell auf die Bedürfnisse der Tourismusbranche zugeschnittenen Fähigkeiten – sowie über die Bedeutung der Branche, Tourismuskarrieren als wertvolle und lohnende Berufswahl zu fördern.


Die Sustainability Conference auf der WTM London begann mit einer Sitzung unter dem Titel: „Other Worlds Are Possible: Reimagining Tourism’s Purpose“.

Der unabhängige Klimaschutzexperte Jeremy Smith sprach über die Neudefinition der Rolle des Tourismus in der Klimakrise. Er betonte, dass Tourismusunternehmen nicht nur ihre Emissionen reduzieren, sondern auch den Reisenden helfen sollten, die wirklichen Auswirkungen des Klimawandels auf Gemeinschaften zu verstehen:
„Verstehen entsteht aus dem, was wir fühlen, nicht aus dem, was wir lesen“, erklärte er.

Smith, Gründer des Netzwerks Travel Declares a Climate Emergency im Jahr 2019, schilderte seine Erfahrungen bei der Dokumentation von Waldbränden in der Nähe seines Wohnorts in Frankreich – Phänomene, die inzwischen keine Ausnahme mehr darstellen.

Er verwies auf Unternehmen, die soziale Integration fördern, zum Beispiel durch die Beschäftigung von Geflüchteten in Hotels oder durch Walking Tours, die von Menschen mit Erfahrung von Obdachlosigkeit geleitet werden.
„Der Tourismus zeigt, dass andere Welten möglich sind“, so Smith.

Ein Beispiel für effektive Praxis war Blue Yonder in Kerala, Indien, wo Reisbauern als Kajakführer und in Hochwassermanagement geschult werden.

In der Sitzung „When Place Speaks Back: Communities Writing the Story“ betonten Vertreter von Gemeinschaften aus Nepal, den Bahamas und Afrika die Notwendigkeit, Stereotype abzubauen, die häufig durch Marketing und Medien reproduziert werden.

Kgomotso Ramothea (African Travel & Tourism Association) erklärte, dass Afrika oft als „Kontinent der Sonnenuntergänge und Safaris“ dargestellt werde, obwohl sich die Erfahrungen von Land zu Land erheblich unterscheiden. Sie hob zudem den Wert des Tourismus hervor, der stetiges Einkommen für lokale Gemeinschaften sicherstellt und lokale Lieferketten unterstützt.

Beim Geo-Economics Summit teilten palästinensische und israelische Friedensaktivisten die Bühne, um zu zeigen, wie Tourismus Gemeinschaften zusammenbringen und das Verständnis fördern kann.

Aziz Abu Sarah (Mejdi Tours) und Magen Inon berichteten von ihren persönlichen Verlusten durch den Konflikt. Abu Sarah erläuterte, dass das Konzept des „dual narrative“ – Führungen von zwei Guides, je einer von jeder Seite – Reisende offener dafür macht, zuzuhören.

In einer weiteren Sitzung wurde die wachsende Bedeutung des Global South im Tourismus thematisiert.

Vertreter aus den Bahamas, Gambia und der Karibik sprachen über:

  • Storytelling,
  • die Suche nach Wurzeln durch Reisende,
  • und die Verbindung von Tourismus mit Klimaschutzmaßnahmen.

In der Sitzung über China wurden die Entwicklungen im ausgehenden Tourismusmarkt diskutiert. Alhasan Aldabbagh (Saudi Tourism Authority) erklärte, dass China bereits der größte Markt für Saudi-Arabien sei, mit dem Ziel, bis 2030 5 Millionen Besucher zu erreichen.

Gemeinsame Merkmale der neuen chinesischen Tourismusidentität:

  • Suche nach „Value for Money“,
  • Authentizität und Kontakt zur lokalen Kultur,
  • emotionale Verbindung zum Reiseziel.

In der Travel Trends Session wurde eine Studie von MMGY zum Einfluss von „Play“ (Unterhaltung/Freizeit) auf die Gestaltung von Reisezielen vorgestellt. Die Studie zeigt, dass 70 % der Reisenden „Play“ als zentrales Element einer Reise betrachten.

Zudem wurde die Bedeutung großer Veranstaltungen (Super Bowl, Taylor-Swift-Konzerte, FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in New York) als entscheidende Faktoren bei der Wahl des Reiseziels diskutiert.

Die gemeinsame Botschaft aller Sitzungen des ersten Tages: Der Tourismus verändert sich – von „wo reisen wir hin“ zu „warum reisen wir“.

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