Sonntag, Juni 7, 2026
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Schock an den Märkten: Trump droht Europa mit Zöllen wegen Grönland | Dollar fällt | Europäische Reaktion

Die weltweiten Märkte geraten in Turbulenzen, nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hat, Zölle auf Importe aus acht europäischen Ländern zu erheben, bis den USA der Kauf Grönlands erlaubt wird. Dies schafft neue Unsicherheit im Handel: Aktienkurse fallen, während der US-Dollar an Wert verliert. Europa positioniert sich klar gegen die Pläne Washingtons und plant Gegenmaßnahmen.

Trump kündigte an, ab dem 1. Februar einen zusätzlichen Zoll von 10 % auf Produkte aus Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Finnland und Großbritannien zu erheben. Sollte bis zum 1. Juni keine Einigung erzielt werden, soll der Zoll auf 25 % steigen.

Die führenden EU-Staaten verurteilten am Sonntag die US-Drohungen mit Einfuhrzöllen auf Grönland. Frankreich kündigte eine Reihe bislang ungenutzter wirtschaftlicher Gegenmaßnahmen an.

Der Euro stieg um 0,26 % auf 1,1628 US-Dollar, nachdem er zuvor auf den niedrigsten Stand seit November gefallen war. Investoren hatten den Dollar massiv verkauft, wodurch andere wichtige Konkurrenzwährungen gestärkt wurden.


An den europäischen Märkten fielen die Futures auf EUROSTOXX 50 und DAX um 1,1 %, der japanische Nikkei sank um 1 %, da Unsicherheit vorherrschte.

Bereits im April 2025 hatten Trumps drastische Zollmaßnahmen anlässlich des „Liberation Day“ die Märkte aufgewühlt. Im zweiten Halbjahr wurden US-Drohungen mit Handelszöllen weitgehend ignoriert, da Investoren sie als bloßen Lärm betrachteten und aufatmeten, als Trump Abkommen mit Großbritannien, der EU und weiteren Ländern schloss.

Diese Ruhe könnte nun enden: Die Märkte am Montag könnten negativ reagieren, da die Investorenstimmung 2025 robuster als erwartet war und das globale Wirtschaftswachstum stabil blieb.

Die US-Märkte bleiben am Montag aufgrund des Feiertags Martin Luther King Jr. geschlossen, was die Reaktion der Wall Street verlangsamt. Die US-Aktienfutures lagen in den frühen asiatischen Handelsstunden 0,7 % niedriger. Der Anleihenmarkt war geschlossen, doch die 10-jährigen Futures stiegen um einen Tick.

Die Auswirkungen auf den US-Dollar sind weniger klar, obwohl die Währung generell schwächer notiert. Der Dollar bleibt ein sicherer Hafen, könnte aber die geopolitische Unsicherheit spüren – ähnlich wie im April des Vorjahres.

Die Schwäche des Dollars stärkte Yen und Schweizer Franken, die ebenfalls als sichere Häfen gelten. Bitcoin fiel fast 3 % auf 92.602,64 US-Dollar.

„Obwohl man argumentieren könnte, dass die Zölle Europa bedrohen, trifft es tatsächlich den Dollar am stärksten, da die Märkte das erhöhte politische Risiko für den US-Dollar einpreisen“, sagte Khoon Goh, Leiter der Asienforschung bei ANZ.

Laut Capital Economics sind Großbritannien und Deutschland am stärksten von US-Zöllen betroffen. Ein 10 %-Zoll könnte das BIP in diesen Ländern um etwa 0,1 % senken, ein 25 %-Zoll um 0,2–0,3 %.

Europäische Aktien stehen nahe historischen Höchstständen: Der deutsche DAX und der FTSE in London stiegen in diesem Monat um über 3 %, während der S&P 500 um 1,3 % zulegte.

Europäische Gegenmaßnahmen: 108 Milliarden US-Dollar im Spiel

Europäische Hauptstädte erwägen Zölle in Höhe von 93 Milliarden Euro (107,7 Milliarden US-Dollar) auf US-Produkte oder eine Einschränkung des Zugangs amerikanischer Firmen zum EU-Markt als Reaktion auf Trumps Drohungen gegenüber NATO-Verbündeten, die sein Grönland-Vorhaben ablehnen, berichteten die Financial Times am Sonntag.

Die Gegenmaßnahmen sollen den europäischen Führern Verhandlungsvorteile bei den wichtigen Treffen mit Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos in dieser Woche verschaffen, so die FT unter Berufung auf Quellen, die an den Vorbereitungen in der Schweiz beteiligt sind.

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