In einem nostalgischen Artikel der Zeitung „The Telegraph“ wird die Erfahrung einer Reise nach Griechenland in den 1980er Jahren beschrieben – einer Zeit, in der der Tourismus noch in den Kinderschuhen steckte und jede Reise ein kleines Abenteuer war.
Lange bevor es Online-Buchungen, Fünf-Sterne-Resorts und Boutique-Hotels gab, basierte die griechische Gastfreundschaft auf Spontaneität, Authentizität und Herzlichkeit. Der folgende Auszug vermittelt anhand der Erfahrungen eines Reisenden anschaulich die Atmosphäre jener Zeit. Er lernte Griechenland nicht durch Luxus, sondern durch herzliche Gastfreundschaft, den Duft von frischem Brot und das Zirpen der Zikaden kennen.
Die Reisen jener Zeit hatten nichts mit den organisierten Urlaubserlebnissen von heute zu tun. Die Touristen stiegen inmitten von Qualmwolken aus alten Fähren aus und waren sofort von Einheimischen umringt, die ihnen einfache Unterkünfte anboten. Und doch blieb trotz alledem – den verblassten Karren, den harten Einzelbetten, den Mücken und dem oft fehlenden Warmwasser – das authentische Erlebnis: ein Lächeln am Morgen, ein frisch gekochtes Ei und ein Stück Brot mit Honig, das einen Vorgeschmack auf ein Griechenland gab, das sich noch nicht dem Massentourismus ergeben hatte.
Die Entwicklung der Luxushotelbranche in Griechenland begann in den 1960er Jahren. Zu den Gästen zählten internationale Persönlichkeiten wie Grace Kelly und Marlon Brando. Bis Ende der 1970er Jahre gab es jedoch nur wenige Fünf-Sterne-Hotels, darunter das Grande Bretagne und das Astir Palace. „Luxus war damals selten und nur wenigen vorbehalten“, sagt Eleni Skarveli vom griechischen Fremdenverkehrsamt.
Heute hat sich das Bild grundlegend geändert. Hotels wie das Abaton auf Kreta bieten erstklassige Einrichtungen und zeigen, wie sehr sich die Branche weiterentwickelt hat. Der Hotelier Kaloutsakis merkt an, dass in einigen Einrichtungen zwar die persönliche Betreuung beibehalten wird, der Markt jedoch mittlerweile unternehmerischer und wettbewerbsorientierter geworden ist.
Das 1975 von der Familie Metaxas gegründete Creta Maris war eines der ersten großen Resorts auf Kreta. Andreas Metaxas betont, dass sich der Tourismus heute auf Authentizität und Nachhaltigkeit konzentriert: „Luxus bedeutet heute Substanz und Erlebnis.“
Die Familie Chaidemenou hat auf Santorin alte Höhlenwohnungen in ein Hotel mit hohem Standard umgebaut und damit dazu beigetragen, dass die Caldera zu einem Top-Reiseziel wurde. Der daraus resultierende touristische Druck führte jedoch zu Einschränkungen, wie beispielsweise einer Begrenzung auf 8.000 Kreuzfahrtgäste pro Tag.
Während Griechenland im Jahr 1930 noch 71.000 Ankünfte verzeichnete, sind es mittlerweile fast 36 Millionen Besucher. Premierminister Kyriakos Mitsotakis möchte das Land auf dem Markt für Luxustourismus etablieren. Der Druck durch internationale Giganten bedroht jedoch die Familienhotels. „Die griechische Gastfreundschaft hat eine Seele – und die lässt sich nicht kopieren“, betont Kaloutsakis.


















